Fernsehmesse in Cannes
Angst vorm Netz-TV

In Cannes debattiert Europas Fernsehbranche über ihre Zukunft. Auf die Herausforderung durch das Internet reagiert sie mit neuen Produktionen.

bn BERLIN. Das in die Jahre gekommene, trutzige Festivalgebäude in Cannes ist wie eine Metapher für die weltweite Fernsehbranche: Der Glamour verblasst langsam aber stetig. Unter dem berühmten roten Teppich haben die Stufen bereits Risse. Auf Europas größter Fernsehmesse, der Mip- TV, treffen sich hier seit gestern Produzenten, Filmhändler und Senderchefs aus aller Welt. Die Bedrohung aus dem Internet setzt die Fernsehbranche unter Druck. Videoportale wie die Google- Tochter Youtube verunsichern sowohl die Produzenten als auch die Sender.

Cannes diskutiert heftig, welche Opfer das Internet fordern wird. Vor allem junge Zielgruppen wandern ins Internet ab. Das verändert die Arbeit der Produzenten. Zum ersten Mal in der Geschichte des traditionsreichen Konzerns produziert Ufa auch Filme, die nur im Internet gezeigt werden, zum Beispiel Kochclips für das Internetportal der Feinschmeckerzeitschrift „Essen & Trinken“. Trotz solcher Experimente wachsen derzeit die Sorgen in den Führungsetagen. Sender und Produzenten sehen die Urheberrechte in Gefahr.

Zudem verschärft sich der Interessenkonflikt zwischen Sendern und Produzenten. Den Fernsehkanälen geht es zunehmend darum, an einer Show oder einem Spielfilm nicht nur die TV-Ausstrahlungsrechte zu erwerben, sondern auch digitale Nebenrechte. Die Produzenten fordern ihren Anteil an der digitalen Verwertung, um die Kosten für die Programmentwicklung wieder aufzuholen. Attraktive Inhalte auf den neuen Plattformen entscheiden über Wachstum. Das wissen mittlerweile auch die Produzenten. Sie wollen sich künftig selbst an Sendern beteiligen. Im neuen Geschäft werden nicht alle mithalten können. Der Preisdruck wächst, die Marktbereinigung geht weiter. Darin sind sich die meisten Produzenten auf der Fernsehmesse in Cannes einig.

Quelle: BusinessNews

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