Fersehen über das Internet
TV soll Wachstum bringen

Im härter werdenden Wettbewerb wollen die Telekomkonzerne mit neuen Breitbanddiensten wachsen. Die größten Hoffnungen ruhen dabei auf dem Fernsehen.

HANNOVER. Für die Mobilfunker sind Bewegtbilder bisher noch ein Randbereich. Für Festnetzanbieter sind sie dagegen ein Muss, um sich gegen die Kabelnetzbetreiber zu wehren. Die nämlich drängen in das Geschäft der Telekom-Konzerne und rüsten das Kabel zum Internet-Anschluss auf, mit dem die Kunden nicht nur fernsehen, sondern zusätzlich telefonieren und im Internet surfen können. Die Losung für beide Branchen heißt Triple Play - die Bündelung von Telefon- und Internetanschluss mit einem Fernsehangebot.

Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber, Kabel Deutschland, bietet heute Triple Play in über 800 Städten und Gemeinden an und erreicht damit acht Mill. Haushalte. Bis Ende des Jahres sollen es 1 000 Orte und zwölf Mill. Haushalte sein. Aber die Telekom-Konzerne holen auf: Sowohl der Marktführer Deutsche Telekom und sein größter Festnetz-Konkurrent Arcor wollen noch in diesem Jahr ihre Netze so erweitern, dass sie flächendeckend Fernsehen über das Internet-Protokoll übertragen können, im Fachjargon IP-TV genannt. Die Telekom fährt beim Fernsehen zweigleisig: Sie will bis Ende 2008 das umstrittene Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL in 50 Städten ausbauen und darüber Fernsehen anbieten. Gleichzeitig rüstet sie aber 750 Städte, in denen die Superleitungen noch nicht liegen, für die Fernseh-Übertragung auf. Bis Ende des Jahres können dann 17 Mill. Deutsche Triple Play von der Telekom beziehen.

Damit vollzieht Telekom-Chef René Obermann einen Strategieschwenk: Sein Vorgänger Kai Ricke-Uwe wollte Fernsehen nur auf VDSL anbieten und sich neue Kunden durch exklusive Inhalte wie die Bundesliga sichern. Doch technische Pannen und ein Streit um die Regulierung lähmten den Ausbau. Bislang liegt VDSL nur in zwölf Städten.

Die Vorstandsriege des Bonner Konzerns demonstrierte nach zwei Gewinnwarnungen innerhalb von sieben Monaten in Hannover neues Selbstbewußtsein. "Wir haben für Triple Play das beste und schnellste Netz und ein Inhalte-Angebot, das unschlagbar ist", frohlockte Festnetzchef Timotheus Höttges. So habe die Telekom jüngst mit Disney einen weiteren Partner für ihr Video-Angebot gewonnen und biete nun Inhalte aller wichtigen Hollywood-Studios auf Abruf an.

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