Festnetz-Chef kündigt umfassende Neuausrichtung an: Telekom setzt auf Internet-Telefonie und Turbo-DSL

Festnetz-Chef kündigt umfassende Neuausrichtung an
Telekom setzt auf Internet-Telefonie und Turbo-DSL

Die Deutsche Telekom reagiert auf den zunehmenden Wettbewerb mit einer Neuausrichtung ihrer Festnetz- und Internetsparte T-Com. Zur Computermesse Cebit kündigte der Konzern bereits die Einführung von Internet-Telefonie (Voice over IP, VoIP) an. Außerdem soll die DSL-Übertragungsrate deutlich gesteigert werden.

HB BONN. Die Telekom spricht zwar von überzogenen Erwartungen an die Internet-Telefonie, führt sie selbst jetzt allerdings schrittweise ein. Der neue Festnetzvorstand Walter Raizner bleibt dennoch zurückhaltend. Er sagte am Montag in Bonn, die derzeitige "Euphorie" hinsichtlich Voice over IP sei aus Kundensicht ungerechtfertigt. Dem Nutzer sei es letztlich gleich, über welche Technik er telefoniere. Entscheidend seien Kosten, Nutzen und Service. Die Telekom rechnet bei Voice over IP (VoIP) eher mit einer evolutionären Entwicklung. Das herkömmliche Telefonnetz werde auf absehbare Zeit weiter die "absolut größte Rolle im Bereich der Telefonie spielen", sagte Burkhard Grassmann vom Vorstand der Internettochter T-Online. Voice over IP werde sich langsam als Ergänzung entwickeln.

Ab nächster Woche bietet die Telekom über ihre Tochter T-Online eine Software an, mit der die Kunden von ihrem Computer aus mit Kopfhörer und Mikrofon Gespräche via Internet führen können. Auf der Hightechmesse Cebit in Hannover wird ein entsprechendes Produkt gezeigt. Im weiteren Jahresverlauf soll dann ein Adapter hinzukommen, der dann auch Telefonate über vorhandene normale Telefongeräte ermöglicht.

Kunden, die das Voice-over-IP-Angebot nutzen wollten, bekämen eine spezielle Rufnummer zugeteilt, erläuterte Graßmann. T-Online-Kunden mit einem entsprechendem Tarif telefonierten über die neue Software ohne weitere Kosten. Bei Gesprächen ins nationale Festnetz werde eine Gebühr von 2,9 Cent je Minute fällig, Verbindungen zu nationalen Mobilfunkanbietern kosteten 22 Cent die Minute.

Damit wäre ein Gespräch über den Computer ins Festnetz so teuer wie ein Ferngespräch am Wochenende oder in der Nebenzeit zu dem günstigsten Grundpreis der Telekom, aber teurer als eine City-Verbindung von 1,5 Cent. Ein Gespräch ins Mobilfunknetz von T-Mobile oder Vodafone kostet im günstigsten Grundtarif 23,2 Cent die Minute. "Wir verstehen Voice over IP zunehmend als Inklusivleistung", sagte Graßmann. Von daher seien zunächst keine zusätzlichen Umsätze zu erwarten. In Deutschland wird Internet-Telefonie unter anderem von United Internet, freenet und Web.de angeboten. Auch Arcor plant ein Voice-over-IP-Angebot.

Das Angebot richtet sich den Angaben zufolge vor allem an preisbewusste Kunden, die im Festnetz Call-by-Call-Angebot nutzen. Daneben wolle man Teilnehmer gewinnen, die andere Voice-over-IP-Angebote nutzen, sagte Grassmann. VoIP werde für die Webunternehmen immer stärker zu einer von den Kunden erwarteten Inklusivleistung, ähnlich wie E-Mail. Daher werde VoIP auch zunehmend ein Entscheidungskriterium bei der Wahl des Internetanbieters.

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