Festnetz für Telefonie ist Auslaufmodell
DSL-Massenmarkt erst am Anfang

Die Zahl schneller Datenanschlüsse ans Internet wird in Deutschland bis Ende dieses Jahres auf mehr als zehn Millionen steigen – ohne Frage ein Massenmarkt. Trotzdem steht das Geschäft auf dem Datenhighway nach Einschätzung von Experten erst am Anfang.

HB DÜSSELDORF. Rund 4,3 Milliarden Euro werden die Anbieter von DSL-Anschlüssen und Internetzugangsdiensten in diesem Jahr nach Schätzungen der Unternehmensberatung A.T. Kearney umsetzen. Im Vergleich zu Telekommunikationsausgaben von voraussichtlich 67 Milliarden Euro ein bescheidener Anteil.

Trotzdem elektrisiert DSL als die hier zu Lande nach wie vor wichtigste Zugangstechnologie zum schnellen Internet die Telekommunikationsindustrie wie kaum ein anderes Thema. Und das kommt nicht nur wegen weiterhin zweistelliger Zuwachsraten bei den Anschlusszahlen. Es ist vielmehr die Hoffnung auf einen neuen langfristigen Wachstumsmarkt. Die Branche leidet nämlich unter einem Problem: Das bisherige Kerngeschäft Sprachtelefonie ist an seine Wachstumsgrenzen gelangt. Im Festnetz stagniert die Nutzung bei sinkenden Preisen. Und auch im Mobilfunk wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel.

Da kam eine Technologie gerade recht, die in den neunziger Jahren ursprünglich als Ersatz für teure Firmen-Standleitungen entwickelt worden war. Die so genannte Digital Subscriber Line – kurz DSL genannt – ermöglicht die schnelle Datenübertragung über die herkömmliche Kupferleitung des Telefonnetzes. Datenübertragungsraten, die vorher professionellen Nutzern vorbehalten waren, machten damit die Übertragung von großen Datenmengen für praktisch jeden PC-Nutzer möglich.

Was sich zunächst als technischer Fortschritt ausnimmt, entwickelt in Verbindung mit dem Internet, mit neuer Vermittlungstechnik und Software eine Dynamik, die das gesamte Geschäftsmodell der mehr als 100 Jahre alten Telekommunikationsindustrie auf den Kopf stellen wird: Das Kerngeschäft Telefonie wird in wenigen Jahren nur noch ein Nebenprodukt sein, und das bisherige Nischengeschäft Datenübertragung wird zum Hauptgeschäft werden. Denn Sprache wird künftig als Datenpaket über das Internet übertragen, und immer schnellere Netze lassen selbst die Vision von Fernsehen per Internet zumindest technologisch in greifbare Nähe rücken.

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