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„Fidelio“ in 3-D: Beethoven wird digital

Auch für den Komponisten Ludwig van Beethoven bricht das multimediale und virtuelle Zeitalter an. Das Bonner Beethoven- Haus ermöglicht Interessierten außergewöhnliche neue Zugänge und Begegnungen mit dem Werk und dem Komponisten, der 1 770 in Bonn geboren wurde und 1 827 in Wien starb.

dpa BONN. Auch für den Komponisten Ludwig van Beethoven bricht das multimediale und virtuelle Zeitalter an. Das Bonner Beethoven- Haus ermöglicht Interessierten außergewöhnliche neue Zugänge und Begegnungen mit dem Werk und dem Komponisten, der 1 770 in Bonn geboren wurde und 1 827 in Wien starb.

Die weltweit größte Beethoven- Sammlung in Bonn geht an diesem Sonntag mit einem digitalen Beethoven-Haus online. Mehr als 5 000 Kopien historischer Dokumente werden im digitalen Archiv unter www.beethoven-haus-bonn.de erstmals für jedermann frei verfügbar multimedial im Internet präsentiert.

Auch im Beethoven-Haus selbst findet der Besucher künftig ein Studio für digitale Sammlungen und eine Bühne für 3-D-Computer- Inszenierungen. Die Hauptdarsteller von „Fidelio, 21. Jahrhundert“ sind abstrakt-geometrische Figuren, die mitten zwischen den Besuchern durch den abgedunkelten Raum des neuen 3-D-Theaters zucken, kreisen und wabern. An vier Säulen, die mit einer riesigen Computermaus, Seilen, einem Joystick und Wärmefeldern ausgestattet sind, können die Besucher sie durch den Raum navigieren. Mittels eines ausgeklügelten Tonsystems wandert der Gesang mit den Figuren.

Realisiert wurde die Bühne für Musikvisualisierung, wie auch die anderen Komponenten des digitalen Beethoven-Hauses, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation (IMK) in Sankt Augustin bei Bonn. Vor allem junge Menschen sollen durch die interaktive und multimediale Präsentation im Internet und im Museum unter dem Motto „Beethoven in bits & bites“ angesprochen werden.

Mit dem digitalen Archiv im Internet eröffnet das Beethoven-Haus auch der Öffentlichkeit einen Zugang zu Handschriften, Briefen, Erstausgaben und Bildern des Komponisten. Nur ein Bruchteil dieser Dokumente war bisher in Beethovens Geburtshaus zu sehen, die Archive waren nur für Forscher und Interpreten zugänglich. Zusätzlich zu den Dokumenten in hoher digitaler Qualität findet der Internet-Nutzer Kommentare und Hörproben von Beethovens Werken. Er kann sich außerdem dessen Briefe vorlesen lassen.

Auf dieses Archiv kann auch im Studio für digitale Sammlungen im erweiterten Beethoven-Haus zugegriffen werden. Dort haben die Besucher zusätzlich die Möglichkeit, einen virtuellen Rundgang durch Beethovens Wiener Wohnung zu machen oder sich am Bildschirm durch klingende Partituren zu blättern.

„Das digitale Beethoven-Haus ermöglicht es uns, die Originale zu bewahren, weltweit über unsere Sammlung zu informieren und das Thema Beethoven an neue Besuchergruppen zu vermitteln“, erklärt Museumsdirektor Andreas Eckhardt. Mit dem neuen Angebot, das rund 4,8 Mill. Euro zuzüglich der Baukosten gekostet hat, hofft das Beethoven-Haus auch auf steigende Besucherzahlen im Museum und auf eine bessere Verbreitung der Beethoven-Dokumente im Internet. „Wir haben hier in Bonn bisher jährlich 90 000 bis 100 000 Besucher. Ich schätze, diese Zahlen könnten um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden“, meint Museumschef Eckhardt. (Internet: www.beethoven-haus- bonn.de)

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