Filmbranche: Eine Milliarde Schaden
Slogan „Raubkopierer sind Verbrecher“ wirkt

Mit etwa einer Milliarde Euro liegt der erwartete Schaden durch Film-Raubkopien in diesem Jahr niedriger als erwartet. Die Filmbranche führt das in erster Linie auf die vor einem Jahr gestartete Aufklärungskampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“ zurück, wie auf einer Pressekonferenz der deutschen Filmwirtschaft in Berlin betont wurde.

dpa BERLIN. Das Brennen und Downloaden von Filmen ist zwar weiter gestiegen, jedoch im Verhältnis zu der mittlerweile flächendeckend verbreiteten technischen Ausstattung nicht so stark wie befürchtet.

„Der Schaden ist noch immer riesengroß, allein an Steuereinnahmen gehen in diesem Jahr 124 Mill. Euro verloren, aber der steile Anstieg ist gebrochen und wir werden den Kampf noch verstärken“, sagte Elke Esser von „Zukunft Kino Marketing“, einem Zusammenschluss großer Kinos in Deutschland. „Wir können der Piraterie nicht den vollständigen Garaus machen, aber wir sind auf dem besten Weg, ihr das Leben immer schwerer zu machen“, meinte Michael Panknin vom Video- und Medienfachhandel in Deutschland.

Geplant sind neben einer Weiterführung der Aufklärungskampagne unter dem Motto „Hart aber gerecht“ in 3 000 Kinos und 4 500 Videotheken, die etwas humorvoller als bisher ausfallen soll, auch verstärkte Kontrollen von den Synchronstudios über die Kopierwerke bis zu den Kinovorführungen, zum Teil sogar mit Nachtsichtgeräten. Auch soll der Verfolgungsdruck im Internet erhöht werden. Gegen 45 000 Abonnenten des bekanntesten kommerziellen Download-Service im deutschsprachigen Raum soll gerichtlich vorgegangen werden.

Große Hollywood-Produktionen sind in diesem Jahr meist sofort nach ihrem US-Start in Deutschland angelaufen, um den Vorsprung der Raubkopierer zu kappen. Inzwischen haben 28 Millionen Deutsche Zugriff auf einen CD-Brenner im eigenen Haushalt, 3,1 Mill. auf einen DVD-Brenner. Jeder dritte Deutsche ab zehn Jahren hat sich im ersten Halbjahr 2004 Inhalte auf CD oder DVD gebrannt oder brennen lassen.

Der Schauspieler Oliver Kalkofe prangerte die „illegalen Stubenhocker“ an, „die dabei auch noch Kohle machen“ und wies als Mitbetroffener auf sein aktuelles Beispiel bei der Edgar-Wallace- Parodie „Der Wixxer“ hin, in der er mitspielt. Der Film habe in den Kinos knapp zwei Mill. Zuschauer gehabt, durch illegale Kopien seien ihm noch einmal etwa 1,8 Mill. Kino-Eintrittskarten verloren gegangen. „Was hätten wir mit diesem Geld machen können, zum Beispiel richtige Schauspieler engagieren.“ Mitwirkende sind unter anderem Anke Engelke, Bastian Pastewka, Thomas Fritsch und Olli Dittrich.

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