„Foleo“
Palm kreuzt Notebook und PDA

Die Zukunft des Computers ist mobil, dessen ist sich der Erfinder des Palm PDAs und des Treo-Handys, Jeff Hawkins, sicher. Mit einem neuen Produkt legt er deshalb nach: Auf einer Fachkonferenz in Kalifornien hat er den Minicomputer „Foleo“ präsentiert. Er nennt ihn einen Gefährten (Companion) für Smartphones. Denn mit denen versteht sich der „Foleo“ bestens.

ruk MÜNCHEN. Der „Foleo Mobile Companion“ sieht aus wie ein kleiner Notebook. Mit einem Gewicht von etwa 1,2 Kilo besitzt er einen großen Bildschirm (10 Zoll Durchmesser) und eine vollwertige Tastatur, mit deren Hilfe auf einem über Bluetooth verbundenen Smartphone gespeicherte E-Mails und Office-Dokumente gezeigt und bearbeitet werden können. Auf dem „Foleo“ vorgenommene Änderungen erfolgen automatisch auch auf dem gekoppelten Smartphone und umgekehrt. Der „Foleo“ und das gekoppelte Smartphone bleiben per Tastendruck ständig synchronisiert.

Dieser neue Typ von Gerätekombination ist, so der Entwickler, für Anwender gedacht, die sehr produktiv arbeiten und eine umfangreichere mobile Lösung für E-Mail und Anhänge sowie Internetzugang mit komfortabler Darstellung auf einem großen Bildschirm benötigen. Das große Wachstum im Bereich mobiler E-Mails verlange neue Wege im Mobile Computing, so Hawkins. Ende 2007 werden nach Angaben der Marktforscher der Radicati Group weltweit etwa 24,2 Millionen E-Mail-Postfächer drahtlos genutzt und Ende 2010 soll diese Zahl auf 199 Millionen anwachsen.

Anders als ein PC, der lange „bootet“, schaltet der „Foleo“ sich durch Aufklappen sofort an und steht damit umgehend zur Verfügung. Er hat eine wiederaufladbare Batterie für bis zu fünf Stunden durchgehende Nutzung. Zu den serienmäßigen Applikationen zählen E-Mail, ein Viewer für PDF, Webbrowser sowie Editoren für die gängigsten Office-Formate wie Word, Excel und Powerpoint. Der „Foleo“ nutzt das Mobilfunkteil des Smartphones oder die integrierte Wireless LAN-Technik für den Internetzugang.

„Foleo Mobile Companions“ sind nach Angaben des Herstellers grundsätzlich mit Palm Treo-Smartphones kompatibel, die auf Palm OS oder Windows Mobile Betriebssystemen basieren. Erste Tests zeigen, dass ein Großteil aller Smartphones mit Windows Mobile ohne oder mit nur geringen Modifikationen ebenfalls Inhalte mit dem „Foleo“ austauschen kann. Andere Smartphones mit Betriebssystemen beispielsweise von Research in Motion (Blackberry) , Apple und Symbian werden voraussichtlich ohne großen Aufwand über eine extra Software mit dem „Foleo“ zusammen arbeiten können, da die Synchronisations-Architektur des „Foleo“ offen ist. So hofft zumindest Palm.

Starker Computer

In erster Linie wurde Foleo zwar als Begleiter für ein Smartphone entwickelt, er ist jedoch auch ein eigenständiger, leistungsfähiger Computer. Sein Linux-basierendes Betriebssystem soll es Entwicklern erleichtern, sehr einfach neue Anwendungen zu erschaffen, die mit einem einfachen Klick im Browser installiert werden können. Der Foleo verfügt über einen USB-Port, einen Video-Out-Port, Kopfhöreranschluss und Steckplätze für SD- und Compact-Flash-Karten.

Analysten sind unterschiedliche Meinungen über den „Foleo“: Todd Kort von der Gartner Group glaubt, dass der Companion das am meisten enttäuschende Produkte des Jahres 2007 sein wird. Seine Begründung: Es sind bereits zu viele leichte Notebooks auf dem Markt, die besser ausgestattet sind. Tim Bajarin von Creative Strategies dagegen ist der Überzeugung, dass der Neuling durch das aufgespielte Linux einen Vorteil vor anderen Notebooks hat.

In den USA wird der Palm „Foleo Mobile Companion“ im Sommer 2007 verfügbar sein. Der Preis wird nach einem Einführungsrabatt in Höhe von 100 US-Dollar bei 499 US-Dollar liegen. In Europa wird der „Foleo“ später in diesem Jahr erhältlich sein.

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