Fon will Hotspot-Netz aufbauen
Internet-Router zu verschenken

Das Online-Unternehmen Fon setzt auf die Mitarbeit seiner Kunden, um einen flächendeckende Hotspot-Netz für mobile Internetzugänge aufzubauen. Bald soll das Netz dichter sein, als das der Telekom-Tochter T-Mobile. Dazu verschenkt Fon DSL-Router an seine Kunden. Unter einer Bedingung...

HB HAMBURG. Der Nutzer müsse lediglich das „Fon-Versprechen“ ablegen, dass er seinen geschenkten DSL-Router tatsächlich anderen Mitgliedern der Community zugänglich macht, sagte die Beiratschefin Fon Deutschland, Christiane zu Salm. In Deutschland und Österreich werden die nötigen Zugangsgeräte dann einfach verschenkt.

Sie räumte ein, dass die Firma keine Möglichkeit hat, die gemeinsame Nutzung der Geräte auch durchzusetzen. „Eine Rückholaktion oder Besuch von Anwälten wird es nicht geben. Wir bauen auf Vertrauen“, betonte zu Salm.

Fon hat seit dem Start im Februar bislang 100 000 Mitglieder weltweit und rund 10 000 in Deutschland. Die Grundidee ist, dass die Nutzer ihren Internet-Anschluss auch anderen zur Verfügung stellen und sich dafür unterwegs drahtlos per WiFi bei Fon-Mitgliedern einloggen können. Bis Ende 2007 will Fon eine Million Nutzer weltweit haben. In Deutschland wolle man schon bald mehr Hotspots als die Telekom-Tochter T-Mobile haben, sagte zu Salm.

Das von Fon nun angebotene Zugangsgerät unter dem Namen „La Fonera“ sendet zwei WiFi-Signale: Ein verschlüsseltes privates und ein öffentliches für andere Fon-Nutzer. Der Besitzer kann bestimmen, welche Bandbreite und für welchen Zeitraum er anderen zur Verfügung stellt. Wie lange und wie viele der weißen Router verschenkt werden, sagt das Unternehmen nicht. Sie würden aber in ausreichenden Mengen verfügbar sein, versicherte zu Salm. „Wir wollen austesten, wie stark die Nachfrage ist, wenn alle Hürden fallen.“ Fon übernimmt auch die Versandkosten.

Fon-Nutzer, die sich bei anderen einloggen, sind eindeutig identifizierbar, sagte zu Salm mit Blick auf Diskussionen über mögliche Urheberrechtsverletzungen durch illegale Downloads. Hintergrund ist, dass auch Betreiber offener Hotspots für Copyright- Verletzungen haftbar gemacht werden könnten, die unbekannte ohne deren Wissen verüben.

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