Französische Intellektuelle reagieren pikiert: Google digitalisiert Bibliotheken

Französische Intellektuelle reagieren pikiert
Google digitalisiert Bibliotheken

Das jüngste Projekt zur Rettung der Informationsgesellschaft unterliegt strengster Geheimhaltung. Nur einige Dutzend Mitarbeiter haben Zugang zu dem großen, hellen Flachbau in Kalifornien, wo der Suchmaschinenbetreiber Google täglich tausende Bücher sichtet, sortiert, scannt und in Ausschnitten ins Netz stellt.

DÜSSELDORF. Für das Projekt „Google Print“ werden die Werke in Lastwagen aus allen Winkeln und Ecken der USA in das Google-Hauptquartier gekarrt.

Über eine Laderampe rollen die gedruckten Vertreter des alten Printzeitalters in die neue digitale Welt. Wenn sie die von Google selbst erdachte und gebaute Scan-Straße verlassen haben, sind beide Welten wieder näher zusammengerückt.

Bisher waren es vor allem Verlage, die dem Internet-Unternehmen ihre Werke zur Verfügung stellten. Seit einigen Wochen liefern auch große englischsprachige Bibliotheken ältere Bücher, die nicht mehr dem Urheberrechtsschutz unterliegen, an die Suchmaschine. Bis Ende des Jahres soll „Google Print“ mit dem Bibliotheksprojekt im Schlepptau in Europa eingeführt werden. Es gebe bereits Gespräche mit Verlagen und europäischen Bibliotheken, sagt Jens Redmer, der sich um das Buchprojekt auf dem alten Kontinent kümmert: „Hier wie in den USA geht es uns aber primär nicht darum, Geld zu verdienen“.

Stattdessen, so Redmer, sei die Digitalisierung der Texte ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Ziel, die perfekte Suchmaschine zu schaffen und Demokratie im Internet herzustellen.

„Google ist ein börsennotiertes Unternehmen. Ich sehe das Vorhaben mehr als zusätzlichen Service zur Kundenbindung“, sagt dagegen Jean Bedord vom amerikanischen Medienmarktforschungsinstitut Shore Communications.

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