Fraunhofer zeigt Lösungen zum kooperativen Arbeiten
Virtuelle Stadtplanung spart Zeit und Kosten

Neue Technologien erleichtern die Zusammenarbeit im beruflichen Alltag. Auf der Cebit stellen Forscher der Fraunhofer-Institute eine Reihe von Lösungen für das kooperative Arbeiten vor. Mit "Arthur" beispielsweise präsentiert das Institut für Angewandte Informationstechnik FIT ein Simulationssystem für Architekten und Stadtplaner.

HB DÜSSELDORF. "Mit unserer Lösung kann ein virtuelles Gebäudemodell direkt am Tisch bearbeitet werden - auch von mehreren Nutzern gleichzeitig", sagt Wolfgang Broll vom FIT. "Änderungen werden sofort visualisiert, so dass jeder Gesprächspartner die Auswirkungen sehen kann." Das mache einen langwierigen Modellbau überflüssig und spare Kosten.

Arthur basiert auf dem Augmented Reality-Prinzip (AR). Augmented Reality, zu Deutsch Erweiterte Realität, stellt ergänzend zur realen Welt Informationen aus der virtuellen Welt bereit. Um das virtuelle computergenerierte 3-D-Modell in der Besprechung zu sehen, brauchen die Arthur-Nutzer Datenbrillen sowie miteinander vernetzte Rechner.

Jedes Objekt des virtuellen Modells hat einen realen Platzhalter in der Besprechung - etwa ein Holzplättchen. Soll etwa ein Gebäude zwei Meter weiter von der Straße gebaut werden, muss man nur den entsprechenden Platzhalter versetzen. "Das ermöglicht eine natürliche und intuitive Handhabung der virtuellen Objekte", so Broll. Eine an der Datenbrille befestigte Kamera zeichnet die Bewegung auf, das System setzt die Veränderung sofort im virtuellen Modell um.

Eine deutliche Erleichterung der Zusammenarbeit in Unternehmen mit weit verstreuten Niederlassungen könnte ein neues Videokonferenz-System bieten. Videokonferenzen lassen sich kurzfristig organisieren, sie sparen Zeit und Kosten. Allerdings haben die bisherigen Systeme einige Nachteile: Körpersprache, Gestik, Blickkontakt, Blickrichtung und Mimik werden aufgrund der schlechten Auflösung und einer falschen Kameraperspektive nicht selten missverständlich dargestellt.

"Wir haben ein System zur virtuellen Videokonferenz entwickelt, das diese Probleme ausräumt", sagt Peter Kauff vom Fraunhofer für Nachrichtentechnik, -Institut Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin. Die reale Arbeitsumgebung werde dabei perspektivisch korrekt in einen virtuellen Konferenzraum auf dem Bildschirm überführt. "Der reale Tisch, an dem ich sitze, wird virtuell auf dem Display fortgesetzt. Die anderen Gesprächspartner, deren Videoaufnahmen ich sehe, sitzen dann scheinbar an selbem Tisch", so Kauff. So sei es möglich, dass Kollegen aus Köln, London und Brüssel in einer Videokonferenz wirklich das Gefühl haben, an einem Tisch zu sitzen.

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