Freiburger Forscher erzielen höheren Wirkungsgrad
Billige Solarzellen liefern mehr Energie

Freiburger Forscher melden einen Weltrekord für Solarzellen aus günstigem, multikristallinem Silizium. Die neuen Module wandeln 20,3 Prozent der Energie im Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Bislang lag der Wert unter der 20-Prozent-Marke.

wsa HAMBURG. Heute werden 55 Prozent aller Solarzellen weltweit aus multikristallinem Silicium gefertigt. Im Unterschied zu monokristallinem Silicium, dessen Marktanteil bei knapp 35 Prozent liegt, ist das multikristalline Material zwar kostengünstiger, weist aber wesentlich mehr Defekte wie Korngrenzen oder Versetzungen auf. Aus diesem Grunde mussten sich die Anwender bislang mit Wirkungsgraden unter 20 Prozent begnügen, während teurere Solarzellen aus monokristallinem Silicium diese Hürde schon vor 20 Jahren genommen hatten.

Die Sonnenstrom-Forscher vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg (ISE) verbesserten den Herstellungsprozess für die Zellen. Durch eine Deaktivierung der Fehlstellen im multikristallinen Silizium ist es ihnen gelungen, die elektrischen Eigenschaften deutlich zu optimieren. Zusätzlich nutzten sie ein elegantes und bereits patentiertes Laser-Verfahren, um die elektrischen Kontakte an der Rückseite der Solarzelle anzuschließen.

Weltweit arbeiten Solarzellen- Forscher an weiteren Steigerungen des Wirkungsgrades. Mit mehrschichtigen so genannten Tandem- Zellen konnten bereits Werte von mehr als 30 Prozent erreicht werden. Und erst kürzlich zeigte die Wissenschaftlerin Christina Honsberg vom Georgia Institute of Technology auf einer Photovoltaik-Konferenz in Paris, dass im Prinzip sogar die Hälfte der Energie im Sonnenlicht in Strom umgewandelt werden könnte. Statt Silizium sollen dabei Verbindungshalbleiter wie Aluminium-, Gallium- und Indiumnitrid für eine Solarzelle aus fünf Schichten genutzt werden. Bisher existiert diese Superzelle zwar noch nicht, aber da jede einzelne Schicht einen anderen Bereich aus dem breiten Spektrum des Sonnenlichts verwerten soll, scheint eine Umsetzung durchaus möglich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%