Fünf Fragen an: Frank Naujoks
„Nicht alle Projekte können begeistern“

Frank Naujoks ist Senior Consultant bei der IDC Central Europa, einem Anbieter auf den Feldern der IT-Marktbeobachtung und Beratung. Dem Handelsblatt beantwortete er fünf Fragen über die Modernisierung von IT-Systemen in Unternehmen.

Was bewegt Entscheider auf der Systems?

Die Systems ist stark auf mittelständische Entscheider ausgerichtet. Denen brennt vor allem das Thema ERP-Software unter den Nägeln.

Was ist der Hintergrund?

Den letzten großen Modernisierungsschub bei den IT-Systemen gab es im Zusammenhang mit der Jahr-Zweitausend-Problematik. Seitdem haben die meisten Unternehmen nur noch partiell modernisiert. Sie haben Teile ihrer Hardware ausgetauscht, die Desktoprechner zum Beispiel, oder einen Teil ihrer Server - aber oft nicht die Software, das Betriebssystem oder ihr ERP-System.

Mit welchen Folgen?

Früher genügte es, einen Geschäftsprozess alle zwei Jahre zu modifizieren und diese Änderungen auch softwareseitig abzubilden. Heute hat sich dieses Zeitfenster in vielen Branchen auf ein paar Monate reduziert. Der Aufwand, um so schnell etwas zu ändern, ist in der Tat hoch. Es gibt Softwarelösungen, um hier flexibler zu werden und etwa Änderungen automatisiert einzupflegen.

Mehr Flexibilität sollen etwa die Service-orientierten Architekturen, kurz SOA, bringen.

Im Prinzip ist das richtig. Wobei man nicht vergessen darf, dass die SOA-Welt nicht so heil ist wie es die Hersteller gerne darstellen. Das Versprechen war, Geld zu sparen und schnell Komponenten entwickeln zu können, die sich auch anderswo in dem IT-System wieder verwerten lassen. Aber es zeigte sich, dass ein Wildwuchs droht, wenn die Komponenten etwa einfach von jeder Abteilung gebaut werden können. Die ersten Projekte in Großunternehmen haben nicht nur Begeisterung ausgelöst. Mittelständler sollten also wissen, dass ein SOA-Projekt eine große, komplexe Aufgabe ist.

Können kleinere Firmen so große Aufgaben überhaupt bewältigen?

Manche sicher, aber nicht alle. Man muss ein sicheres Fundament haben, eine gute Stammdatenverwaltung zum Beispiel. Es nützt nichts, eine heterogene Datenlandschaft einfach auf einen schicke, neue Plattform zu heben. Auf einen sumpfigen Boden kann ich nichts bauen. Ich erwarte deshalb, dass auch ein banal anmutendes Thema wie die Stammdatenverwaltung viel Raum bekommt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%