Fünf Fragen an: Martin Ruoff
„Die Technik ist oft weiter als das Marketing“

Das Handelsblatt sprach mit Martin Ruoff, Senior Manager Business Development bei Nortel in Deutschland, über das Verschmelzen der Kommunikation über Festnetz und Mobilfunk. Die Fragen stellte Lars Reppesgaard:

Welche Chancen geben Sie dem Konzept der Fixed Mobile Convergence, kurz FMC, also dem Verschmelzen der Kommunikation über das Festnetz und den Mobilfunk?

Es kommt darauf an, was man unter dem Begriff versteht. Die Mobilfunknetzbetreiber zum Beispiel fassen es als Ersetzen von Festnetztelefonie durch mobile Telefonate auf, wie man es bei Genion sieht.

Das würden Sie nicht als FMC bezeichnen?

Streng genommen kann man als reiner Mobilfunkanbieter FMC gar nicht anbieten, weil dahinter - in Anführungszeichen - nur ein Mobilfunknetz und kein konvergentes Netzwerk steckt. Ich verstehe unter FMC eine Einheit von Diensten und intelligenten, IP-konvergenten Netzen, die mich automatisch dort lokalisieren, wo ich bin. Und die die Kommunikation über die Verbindung anbieten, die für mich am günstigsten ist.

Wenn man diese Definition als Grundlage für FMC nimmt - wer sind die Spieler in diesem Markt?

Vorreiter ist hier etwa die British Telecom (BT). Sie hat mit BT Fusion bereits ein Angebot auf den Markt gebracht, das Festnetz und Mobilfunk kombiniert. Ich denke, die Betreiber werden in nächster Zeit mit Angeboten an den Markt gehen, die zum Ziel haben, dass ich über ein einziges Endgerät erreichbar bin. Egal wer mich wo anfunkt und egal, ob das Netz ein Mobilfunknetz, ein W-Lan oder das DECT des klassischen Hausanschlusses ist. Und ich kann die Regeln, die meine Kommunikation betreffen, konfigurieren wie bei einer Telefonanlage, also Anrufe weiterleiten und so weiter. Nur eben komfortabel, über ein Webportal zum Beispiel.

Wie groß ist denn die Nachfrage nach solchen Diensten?

Wir sind in der Early Adaptor-Phase. Killerapplikationen sind derzeit die einheitliche Telefonnummer, eine einzige Anrufbeantworterbox. Wir sind als Netzwerkausrüster recht weit damit, auf der Netzebene Komponenten des IP Multimedia Subsystem, kurz IMS, anzubieten. IMS ist die Grundlage für diese neue Generation konvergenter Dienste. Allerdings ist vielen Netzbetreibern noch nicht klar, inwieweit sie welche konvergenten Dienste anbieten wollen. Die Technik ist da oft weiter als Marketing und Produktentwicklung.

Welche Schwierigkeiten bremsen die Entwicklung?

IMS ist eine Technik, die die Betreiber vor große finanzielle Herausforderungen stellt. Die Akkulaufzeit vieler Dual-Mode-Endgeräte ist noch zu kurz. Und wenn das Diensthandy auch über W-Lan arbeitet, stellen sich natürlich Sicherheitsfragen.

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