Fünf Fragen an Raimund Schmolze
„Nicht genügend neue Handys auf dem Markt“

Das Handelsblatt sprach mit Raimund Schmolze, Vice President Customer Insights bei T-Mobile, über den Mobilfunk-Markt.

Herr Schmolze, die meisten Leute nutzen Handys noch immer vor allem zum Telefonieren, und um Kurzmitteilungen (SMS) zu verschicken. Warum stoßen neue Angebote auf so wenig Interesse?

Für uns ist es ja nicht schlimm, dass die Leute ihre Handys dazu nutzen, um andere anzurufen. Im Gegenteil: Das ist unser Kerngeschäft, und angesichts fallender Preise gehen wir davon aus, dass die Menschen künftig noch viel mehr telefonieren werden.

Seit Jahren reden die Mobilfunkanbieter aber von neuen Diensten.

Dass großes Interesse an neuen Anwendungen besteht, daran gibt es keinen Zweifel. Nehmen sie nur die Möglichkeiten, die der mobile Internet-Zugang bietet. Das wird von unseren Kunden sehr gut angenommen.

Moment mal, nur ein kleiner Teil ihrer Kunden surft unterwegs.

Bei über einer Million Web'n'Walk-Kunden, die wir allein dieses Jahr gewonnen haben, können Sie nicht sagen, dass unsere Kunden kein Interesse daran haben, von unterwegs zu surfen. Und das Wachstum wird weiter anhalten. Vergessen Sie nicht, dass die Menschen in Deutschland ihr Mobiltelefon nur alle zwei, drei Jahre wechseln. Viele haben deshalb technisch noch nicht die Voraussetzungen, um alle unsere Angebote zu nutzen. Deshalb brauchen neue Dienstleistungen Zeit.

Ein anderes Beispiel: das mobile Versenden von Bildern und Filmen per MMS. Das macht doch kaum jemand, obwohl es das seit Jahren gibt.

Das ist der gleiche Effekt: Es waren bisher einfach nicht genügend Handys dafür auf dem Markt. Das ändert sich jetzt aber, deshalb kommt MMS in Fahrt. Dazu kommt, dass MMS fälschlicher weise das Image hat, zu teuer zu sein. Hier müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten.

Es kann sie doch nicht befriedigen, dass es Jahre dauert, ehe sich neue Dienste durchsetzen.

Eine unserer Strategien ist es, für einzelne Zielgruppen maßgeschneiderte Angebote zu machen. In speziellen Segmenten setzen sich neue Dienstleistungen meist sehr schnell durch. Nehmen sie nur den mobilen Internet-Zugang: Bei Managern und Selbstständigen ist das ein Renner.

Das Gespräch führte Joachim Hofer

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