Fujitsu Siemens steigt nach zwei Jahren wieder in den Verkauf der Displays ein: Unerwarteter Boom bei Plasma-TV

Fujitsu Siemens steigt nach zwei Jahren wieder in den Verkauf der Displays ein
Unerwarteter Boom bei Plasma-TV

Während andere sich aus dem Verkauf von Plasma-TV-Geräten zurückziehen, will Fujitsu Siemens nach zwei Jahren Abstinenz wieder einsteigen. Ein Pilotversuch sei so erfolgreich gelaufen, dass der Konzern noch diesen Monat einscheiden werde, ob Plasma-Fernsehheräte europaweit vertrieben werden.

DÜSSELDORF. Das sagte Produktmanager Sascha Hanke im Gespräch mit dem Handelsblatt. Zur Cebit zeigt Fujitsu Siemens ein HD-TV-fähiges Gerät mit einer Bilddiagonale von 50 Zoll (127 Zentimetern).

"In nur zwei Monaten haben wir mit über 10 000 Geräten in Deutschland mehr 42-Zoll-Plasma-TV verkauft als LCD-Fernseher in den Größen 17 bis 30 Zoll in 27 Ländern zusammen", beschreibt Hanke das Weihnachtsgeschäft. Damit bestätigt er einen Trend, den auch die Marktforscher bei Display Search beobachten: Totgesagte leben länger. Der Absatz von Plasma-TV-Geräten boomt weiter, obwohl die Konkurrenz aus dem LCD-Lager mächtig aufholt und die Plasmas bereits komplett aus dem Bereich bis 37 Zoll (93 Zentimeter) Diagonale verdrängt hat.

Mir einem Plus von 37 Prozent zum Vorquartal übertraf der Absatz von Plasma-Panels im vierten Quartal 2004 weltweit die Prognosen um volle drei Prozentpunkte. "Wir können trotz Kapazitätsausweitungen die Nachfrage derzeit überhaupt nicht befriedigen", bestätigt Peter Weber von Panasonic Europe. Panasonic will Ende 2005 ein weiteres Werk in Betrieb nehmen, das rund 200 000 Plasma-Bildschirme mit 42-Zoll-Diagonale liefern wird. In dieser Größe, schreibt Display Search, werden 76 Prozent aller Plasma-Fernseher überhaupt verkauft.

Insgesamt wurden 2004 weltweit mit 3,6 Millionen Plasma-Bildschirme gut doppelt so viele wie im Vorjahr abgesetzt. Der Umsatz stieg um 51 Prozent auf 4,3 Mrd. Dollar - und das, obwohl in drei aufeinanderfolgenden Quartalen die Preise im zweistelligen Prozentbereich gefallen sind.

Hier hat auch Fujitsu-Siemens-Manager Hanke angesetzt. Das 42-Zoll-Gerät mit einfacher Pal-Auflösung ("SD", Standard Definition) kam zu Kampfpreisen von 1 999 Euro in die Läden. Der neue 50-Zoll-Plasma-Fernseher mit hoher Auflösung ("HD", High Definiton) soll um 3 500 Euro kosten.

Die Höherorientierung in Auflösung und Diagonale bei Plasma-Fernsehern hat ihren Sinn. Hanke schätzt, dass die LCD-Konkurrenz bald den 42-Zoll-Markt attackiert: "Wir sehen Ende des Jahres HD-TV-fähige 42-Zoll-LCD-Fernseher unter 2 000 Euro."

Doch selbst dann wird LCD nicht den ganzen Markt erobern, erwartet zum Beispiel Thomas Ferrero, Marketingmanager bei Samsung Deutschland: Viele Konsumenten bevorzugten noch immer Plasma, denn "das wärmere Bild ist näher an dem der klassischen TV-Röhre." Samsung SDI gehört zu den größten Plasma-Panel-Herstellern der Welt.

Ein weiteres Wachstumsfeld sind - speziell für preiswerte SD-Panels mit geringerer Auflösung - so genannte "Public Displays" für Werbung und als Anzeigetafeln. "Das Geschäft mit Business-Kunden läuft hervorragend", sagt Ralf Wolf von NEC. 660 Plasma Groß-Displays mit SD-Auflösung wurden 2004 in den deutschen Burger-King-Filialen installiert.

Auf der Messe Euroshop in Düsseldorf ab 19. Februar stellt NEC einen klimatisierten Bildschirm vor. Der soll im Außeneinsatz - etwa als Alternative zu Plakatwerbung an überwachten Standorten - größere Temperaturschwankungen besser meistern.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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