„Full HD“, „100 Hz“, „24 p“
Neue Kürzel für bessere Bilder

Flachbild-Fernseher sind die unangefochtenen Stars der Unterhaltungselektronik-Branche. Die Geräte stehen bei vielen Verbrauchern ganz oben auf der Wunschliste. Und die großen Hersteller arbeiten in ihren Forschungslabors an immer neuen Techniken zur Verbesserung der Bildqualität. Bei den bescheunigten Entwicklungszyklen bedeutet dies allerdings auch eine verwirrende Vielzahl an neuen Kürzeln und technischen Angaben, die nicht immer spontan Licht ins Dunkel bringen - aber für die Qualität des Bildes entscheidend sein können.

HB BERLIN. Ob LCD- oder Plasma-Bildschirm - die modernen Flat-TVs können gegenüber den mittlerweile fast antiquiert wirkenden Röhrenfernsehern eine deutlich bessere Bildqualität erzielen, da sie eine viel höhere Anzahl von Bildpunkten darstellen können. Wird ein Film im deutschen Fernsehen im immer noch dominierenden PAL-Signal ausgestrahlt, muss der Flachbildfernseher die Bildinformationen allerdings künstlich hochrechnen: PAL sendet lediglich 720 mal 576 Bildpunkte, ein HD-tauglicher Fernseher muss jedoch mindestens 1920 mal 720 Bildpunkte füllen.

Die großen Markenhersteller entwickeln in ihren Labors verschiedene Technologien und Algorithmen, um diesen Mangel bestmöglich automatisch auszugleichen. Eines der großen Themen auf der Ifa in Berlin wird die 100-Hertz-Technologie sein. Vor allem der Empfang von PAL-Signalen soll mit diesem Verfahren entscheidend verbessert werden. Die Beschleunigung der Taktrate - PAL wird mit 50 Hertz ausgestrahlt - hat zur Folge, dass das Bild deutlich ruhiger läuft sowie schärfer und dreidimensionaler wirkt.

Das Logo "HD ready" hat sich inzwischen zum Standard für nahezu jeden Flachbildfernseher entwickelt. Es stellt sicher, dass das Gerät mindestens 720 Zeilen im 16:9-Format zeigen kann und über die für HD- Filme nötigen Ein- und Ausgänge verfügt. Dazu gehört zum Beispiel auch ein HDMI-Eingang für digitale Signale, der auch den Kopierschutz HDCP umfasst. Mit diesem soll sichergestellt werden, dass ein Abspielgerät, etwa ein Blu-ray-Player, seine Inhalte nur an Bildschirme und nicht an Geräte ausgibt, über die sich die Inhalte möglicherweise illegal kopieren ließassen.

Einer der aktuellen Trends auf der diesjährigen Ifa sind neue TV- Modelle der großen Hersteller mit so genanntem Full HD. So bezeichnet die Branche die Fähigkeit, in 1080 Zeilen jedes Pixel eines HD-Bildes eins zu eins auf dem Display anzuzeigen. Nach Informationen des Fachmagazins "c't" wird der Branchenverband EICTA auf der Ifa auch erstmals ein entsprechend neues Logo präsentieren.

Dieses Logo soll unter anderem gewährleisten, dass der Fernseher Bilder im Vollbildformat 1080p mit einer Frequenz von 24 Hertz entgegennehmen kann. Das ist die Frequenz, in der aktuelle Filme aufgenommen sind und auf den DVD-Nachfolgeformaten Blu-ray oder HD- DVD zur Verfügung stehen. Auf den neuen Medien sind die Filme wie Kinofilme in 24 Vollbildern pro Sekunde gespeichert. Kann ein Fernseher dieses Signal im Vollbildformat eins zu eins in dieser Frequenz wiedergeben, trägt er den Zusatz "24 p".

Zum Teil schon lange angekündigte Neuerungen haben es wiederum nicht zur Ifa geschafft, wie zum Beispiel die von Toshiba und Canon entwickelte so genannnte SED-Technologie. Das Verfahren (SED steht für Surface Conduction Electron Emitter Display) soll die Vorteile von LCD, Plasma und Röhrenfernseher verbinden. SED macht sich die Technik der Röhrenfernseher zunutze, benutzt allerdings statt eines einzigen Elektronenstrahlers je einen pro dargestelltes Pixel. Die Technik soll eine ausgezeichnete Bildqualität liefern und dabei deutlich weniger Strom verbrauchen als LCD- und Plasma-Fernseher. Da Toshiba unterdessen aus dem Joint-Venture ausgestiegen ist, ist ungewiss, wann und ob Geräte mit SED-Technik überhaupt auf den Markt kommen.

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