Funketiketten
Anwender testen neue RFID-Projekte

Funkchips sind auf dem Vormarsch: Immer mehr Firmen starten RFID-Projekte, bei denen es um das berührungslose und automatische Identifizieren von Gegenständen geht. Gleichzeitig drohen aber Stolperfallen, wenn Projekte nicht sorgfältig vorbereitet werden.

DÜSSELDORF. Die Experten von DB Research gehen von Umsätzen in Höhe von 22 Mrd. Euro weltweit mit RFID bis zum Jahr 2010 aus. "In der Automobilindustrie und im Handel gibt es zahlreiche Projekte, Anwendungen im Luftverkehr kommen dazu", sagt Stefan Heng, Marktbeobachter bei DB Research.

Gleichzeitig drohen aber Stolperfallen, wenn Projekte nicht sorgfältig vorbereitet werden, so der Experte der Deutschen Bank: "Unternehmen überlegen nicht immer, ob RFID notwendig ist. Oft könnte man auch Lösungen mit Barcode-Verfahren realisieren", sagt Heng. Auch Teja Washausen, Projektleiter beim Beratungshaus Softlab sagt: "Manche Anwender machen sich die Komplexität häufig nicht klar." Sein Rat: "Beginnen sollte man mit einer einfachen Lösung."

Nicht die einzelnen Bausteine wie Chips, Kleber oder Lesegeräte seien das Problem, sondern die Einbindung in die Abläufe. Das zeigt sich auch in einem Projekt, das jetzt bei Ford anläuft. Die Idee: Fahrzeuge werden bei der Auslieferung mit passiven RFID-Chips bestückt, die nicht senden, sondern nur ausgelesen werden. Die Chips sollen helfen, Transportwege zwischen Werk und Autohaus zu optimieren. Bei Tests zeigte sich jedoch, dass es zu kompliziert wäre, wie geplant die Funketiketten vor Ort zu drucken und mit einem Roboter anzubringen. Dieser Teil des Vorhabens wurde nun auf eine spätere Phase verschoben.

Ähnliche Projekte gab es bereits bei anderen Autoherstellern - dort aber mit aktiven Chips, die selbst Information senden können. Die sind relativ teuer. "Die bisher verwendeten Transponder kosten zirka 30 Euro, die bei uns eingesetzten Chips weniger als ein Euro", sagt Washausen, der das Ford-Projekt begleitet. So müsse sich Ford weniger Gedanken machen, wie die Aufkleber wieder zum Hersteller zurückkommen.

In der Produktion gibt es mittlerweile mehr Projekte, in denen nicht mehr komplette Container, sondern Paletten gekennzeichnet werden. Der Computerhersteller Toshiba probiert das in seinem Werk in Regensburg aus. Eingesetzt werden schnelle RFID-Chips der zweiten Generation. Dazu hat Toshiba ein Verfahren entwickelt, um lesbare Aufdrucke und Chips in einem Arbeitsgang zu drucken. Die so entstandenen Aufkleber kommen auf Packkisten und werden einer Seriennummer zugeteilt. Diese gibt Aufschluss über die Teile, die eingebaut werden müssen. "Die Fehlerrate war äußerst gering, bei 400 Paletten pro Tag war weniger als ein Vorgang nicht korrekt", sagt Projektleiter Andreas Unterbusch.

Auch der Handel etikettiert Paletten mit den neuen Chips. So testet Rewe Funkchips in einem Distributionslager. Der Testlauf wird darüber entscheiden, wie schnell RFID in anderen Zentren in den Produktionsbetrieb geht, sagt Jörg Sandlöhken, der für den Bereich RFID-Technologie verantwortlich ist. Getestet wird im Lager Norderstedt. Das Scannen der Paletten funktioniere mit einer Lesequote von 98 bis 99 Prozent, berichtet Sandlöhken. Das Tempo steigt - mit Folgen: "Weil wir an den Schleusen die Geschwindigkeit durch RFID erhöhen, mussten wir auch die Prozesse dahinter anpassen, um den Zeitgewinn beizubehalten."

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