Fußball
Flachbildschirm und Handy-TV: WM soll die Kauflaune steigern

Hamburg (dpa) ­ „Je flacher und größer desto besser“ lautet die Devise, wenn es um den Fernsehgenuss im heimischen Wohnzimmer bei der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft geht.

Hamburg (dpa) ­ „Je flacher und größer desto besser“ lautet die Devise, wenn es um den Fernsehgenuss im heimischen Wohnzimmer bei der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft geht. Die Hersteller hoffen darauf, dass viele Fußballfans die WM zum Anlass nehmen, ihr altes Röhrengerät auszurangieren und sich einen Flachbildschirm zuzulegen.

Aber auch sonst haben sich die Unternehmen der Unterhaltungselektronik und Telekommunikation einiges einfallen lassen, um die WM in ihrem Sinne zu nutzen und die Kunden auf das Fußballereignis einzustimmen.

Fernseher seien von jeher das Zugpferd der Branche, sagt Philips- Geschäftsführer Ronald de Jong. Die Tendenz beim Kauf gehe zu höherwertigen Produkten und die Verbraucher seien gerade vor WM bereit, für einen neuen Fernseher Geld auszugeben. „Wir werden 2006 beim Umsatz mit TV-Geräten 50 Prozent über 2005 liegen“, meint de Jong. Die Verbraucher wechselten zunehmend zu Flachbildschirmen. „Der Durchbruch bei den Flachbildschirmen ist schon da, wird aber noch verstärkt durch die Weltmeisterschaft.“

Und auch die Händler wollen den Kunden den Umstieg von Röhre auf Flachbildschirm so leicht wie möglich machen und locken vor der WM mit 0-Prozent-Finanzierungen. „Es gibt da zahlreiche Angebote“, sagt de Jong. Wer die WM für die Ewigkeit festhalten will, leistet sich zudem einen DVD-Rekorder mit oder ohne Festplatte. VHS-Kassetten sollen nach Willen der Hersteller zur WM endgültig der Vergangenheit angehören. Und noch etwas ist neu bei dieser WM, meint de Jong: "Zum ersten Mal in der Geschichte gibt es alle Spiele einer Fußballweltmeisterschaft im neuen hochauflösenden TV-Format zu sehen."

Konkurrent Hannspree setzt hingegen mehr auf Design als auf Bildschirmdiagonale und Auflösung. Der taiwanesische Hersteller ist neu auf dem europäischen Markt und hat zur WM einen Fernseher im Angebot, der aussieht wie ein Fußball. Der Korpus besteht nach Angaben von Hannspree zudem aus echtem Leder im traditionellen schwarz-weißen Design, das normalerweise zur Herstellung von Fußbällen verwendet werde.

Während es im Wohnzimmer bei der Bildschirmdiagonale nicht groß genug sein kann, versuchen die Mobilfunkanbieter die Kunden unterwegs für Fußball auf den erheblich kleineren Handydisplays zu begeistern: T-Mobile zeigt 20 Spiele der WM per UMTS-Streaming direkt auf dem Handy. Alle Spiele der deutschen Elf werden nach Angaben von T-Mobile per UMTS übertragen. Zudem seien bei dem Mobilfunkanbieter im weiteren Turnierverlauf die wichtigsten Achtel- und Viertelfinalspiele sowie beide Halbfinale, das Spiel um Platz drei und das Endspiel zu sehen. Alle großen Mobilfunkunternehmen bieten ihren Kunden zudem die Möglichkeit, SMS- oder MMS-Dienste zu abonnieren, um ständig über den Spielstand und neueste Hintergrundinformationen auf dem Laufenden zu sein.

Ganz gleich, ob die Zuschauer sich für einen neuen Flachbildschirm oder ein UMTS-Handy entscheiden: Die Unternehmen - insbesondere die Sponsoren - glauben fest daran, dass die WM auch eine Technologie- Weltmeisterschaft wird, die ihnen Geld in die Kassen spült. Philips- Geschäftsführer de Jong meint, „das WM-Fieber ist am Markt spürbar“.

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