Fußballsimulation
Fifa 11 räumt auf dem Spielemarkt ab

Deutschland im Fußballwahn: Die Fußball-Simulation Fifa 11 hat das stärkste Startwochenende eines Unterhaltungstitels hierzulande hingelegt und ein Rekord-Verkaufsergebnis eingefahren. Ein Schlüssel zum Erfolg: Nutzer können sich via Internet zu Mannschaften zusammenschließen und gegen andere Fan-Teams antreten.
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DÜSSELDORF. Dribbeln im Wohnzimmer, Deutschland im Fußballwahn: Ein Absatz von rund 486 000 Stück an nur zwei Tagen katapultierte die Fußball-Simulation Fifa 11 am Wochenende an die Spitze der Softwareverkäufe in Deutschland. Das erfuhr das Handelsblatt aus Einzelhandelskreisen.

Bei einem Durchschnittspreis von stolzen 50 Euro pro Spiel ergäbe das einen Gesamtumsatz von rund 26 Mio. Euro für den Verleger Electronic Arts (EA). Das wäre umsatzmäßig das stärkste Startwochenende eines Unterhaltungstitels hierzulande überhaupt und größer als jeder Kinostart, einschließlich Titanic und Avatar. Nimmt man die 392 000 Stadionbesucher vom Wochenende als Vergleich, ist das Sofa-Kicken schon beliebter als der Besuch beim Heimatclub.

Bei den Stückzahlen liegt Fifa 11 nur noch hinter "World of Warcraft - Wrath of the Lich King" des Konkurrenten Activision. Dessen Start-DVD verkaufte sich zum Start über 500 000 Mal in Deutschland. EA-Deutschland-Chef Olaf Coenen wollte die Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass der weltweite Absatz mit 2,6 Mio. Stück über den Erwartungen gelegen habe. Die Masse der Kopien sei für Sonys Playstation 3 verkauft worden, gefolgt von Microsofts Xbox 360.

Einen Großteil des Erfolgs der Spielebox mit Nationalheld Mesut Özil auf dem Titelbild verbucht Coenen auf die verbesserte Grafik sowie den Onlinemodus. Erstmals können sich elf Spieler im Web zu einer Mannschaft zusammenschließen und gegen eine andere antreten. In den ersten zwei Tagen hätten die Fifa-Fans auf EA-Servern in über elf Millionen Partien geflankt, geköpft und gefoult.

EA setzt große Hoffnungen auf gesellige Internetspiele: Social Media Games wie Farmville von Zynga oder Onlinespiele wie World of Warcraft ziehen Millionen von Spielern täglich an und haben die Verkäufe von Spiele-DVDs drastisch einbrechen lassen. Für das laufende Finanzjahr erwartet EA weltweit einen Umsatz von nur noch 3,35 bis 3,5 Mrd. Dollar nach 3,65 Mrd. im Vorjahr.

Die Fifa-Serie gehört zu den stärksten Umsatzbringern des kalifornischen Spieleverlegers EA, der Vorgänger Fifa 10 hat sich über zehn Millionen Mal verkauft.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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