Games Convention
Game over oder zweites Leben?

Fällt am Donnerstag zum letzten Mal der Startschuss für eine Games Convention in Leipzig? Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware hatte schon im Februar das Ende der Spielemesse in Sachsen verkündet und für 2009 eine neue Messe in Köln angekündigt. Doch in Sachsen wird die Hoffnung auf ein "zweites Leben" noch nicht aufgegeben.

HB LEIPZIG. Am liebsten würden sie die Frage zur Zukunft der Games Convention (GC) ganz verdrängen. "Jetzt zählt erstmal nur die GC in diesem August", sagt der Leipziger Messe-Chef Wolfgang Marzin und gibt damit die offizielle Sprachregelung vor. Hinter den Kulissen und in zahlreichen Internetforen allerdings bleibt die Frage zur Zukunft von Europas größter Messe für interaktive Unterhaltung weiter ein heiß diskutiertes Thema. Wird die siebte Auflage der GC von 21. bis 24. August tatsächlich die letzte in Leipzig sein?

Derzeit scheint alles möglich. Die Leipziger Messe jedenfalls will ihr Zugpferd unbedingt behalten. Dabei hat der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) im Februar nach monatelangen Verhandlungen bekanntgegeben, künftig nicht mehr mit den Sachsen kooperieren zu wollen, sondern von 2009 an in Köln eine neue Messe unter den Namen GAMESCom auszurichten. An dieser Entscheidung ist aus Sicht des BIU nicht mehr zu rütteln. Das hieße also: "Game over" für Leipzig.

In Sachsen wollen sie die Hoffnung auf ein zweites Leben aber noch nicht aufgegeben. Messe-Chef Marzin wirbt aller Orten um die Gunst der Industrie ­ insbesondere im Ausland und bei den kleineren Unternehmen. Denn die sind bei der Entscheidung des BIU für Köln nicht gefragt worden. Der Branchenverband ist ein exklusiver Club mit gerade zwölf Mitgliedern, die aber nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 80 Prozent in Deutschland haben.

Immer wieder wird gemunkelt, dass auch nicht alle Mitglieder des BIU hinter der Köln-Entscheidung stehen. Der Verband weist diesen Eindruck zurück. "Wir gehen davon aus, dass alle BIU-Mitglieder die GAMESCom in Köln unterstützen", erklärt BIU-Sprecher Arjan Dhupia.

Für zusätzliche Beunruhigung sorgt unterdessen, dass mit Nintendo eines der größten Unternehmen ein neues Marketingkonzept ausprobiert und in diesem Jahr nicht auf der GC vertreten ist. Manch einer in der Branche befürchtet schon, dass sich andere künftig daran ein Beispiel nehmen.

Seite 1:

Game over oder zweites Leben?

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%