Gamescom
Gehversuche auf dem Holodeck

Bald kommt das Holodeck für den Heimgebrauch: Mehrere Hersteller arbeiten an Virtual-Reality-Brillen. Die Hersteller probieren nun auf der Gamescom, was bei den Spielern ankommt – und wovon ihnen schlecht wird.
  • 0

KölnAls erstes sehe ich nur eine riesige Form, die sich hinter den schwebenden Fischen langsam in mein Blickfeld schiebt. Als ich mich hindrehe, zucke ich zurück: Auf der anderen Seite der Reling taucht ein mächtiger Wal an dem Wrack vorbei, auf dem ich gerade stehe. Mit seinem kleinen Auge fixiert er mich. Vorsichtig trete ich einige Schritte näher – bis der Computer ein Gitternetz einblendet.

Die Tauchstation steht auf dem Messegelände in Köln. Der Elektronikhersteller HTC hat dort anlässlich der Gamescom einen Besprechungsraum gemietet, in dem Besucher seine Virtual-Reality-Brille Vive ausprobieren können. Das Unternehmen will auf der Computerspielemesse die Besucher begeistern und ihre Reaktionen testen.

Darum geht es derzeit vielen in der Branche: Virtual Reality, kurz VR, ist eine faszinierende, aber auch weitgehend unerprobte Technologie. Diverse Geräte sind in Arbeit und sollen in den kommenden Monaten an die Spieler verkauft werden. Jetzt probieren die Programmierer von HTC und Sony, Ubisoft und Crytek auf der Gamescom aus, welche Konzepte ankommen und welche Tücken es noch gibt. Zum Beispiel Begrenzungen des virtuellen Raums.

HTC wird als erster Anbieter eine serientaugliche Brille für den PC verkaufen. Im Weihnachtsgeschäft will der taiwanische Elektronikhersteller gemeinsam mit der Spieleschmiede Valve eine erste Version herausbringen, voraussichtlich auch in Deutschland. 2016 soll der Vertrieb richtig losgehen. Zu Details wie dem Preis und dem Softwareangebot schweigt das Unternehmen aber noch.

Das Besondere an Vive: Die Technik lässt sich wie ein Holodeck nutzen. Spieler können sich mit dem Gerät auf dem Kopf bewegen, der Computer überträgt die Schritte in die virtuelle Welt, etwa im Unterwasserszenario. Um Kollisionen zu verhindern, zeigt das System ein Gitternetz an, wenn man sich einer Wand nähert. „Das Raumgefühl ist der Schlüssel“, sagt HTC-Manager Fabian Nappenbach. Dadurch wirke die virtuelle Realität erst richtig echt. Allerdings braucht es dafür Platz. Das System funktioniert zwar durchaus im Sitzen, „spannend wird es aber ab drei mal vier Meter“, erklärt Nappenbach. Manches Studentenzimmer ist kleiner.

Auch wenn die Markteinführung kurz bevor steht: Die Vive-Macher wissen, dass sie zunächst nur eine kleine Zielgruppe erreichen. Weil die Grafik so aufwendig ist, läuft die Brille nur mit einem hochgerüsteten Computer, ähnlich wie beim Vorreiter Oculus Rift. „Die ersten Nutzer werden High-End-Gamer sein, aber schon im Weihnachtsgeschäft 2016 wird ein üblicher PC genug Rechenleistung haben“, hofft Nappenbach.

Seite 1:

Gehversuche auf dem Holodeck

Seite 2:

Grenzerfahrungen mit der Playstation 4

Kommentare zu " Gamescom: Gehversuche auf dem Holodeck"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%