Gebrauchtwaren
Unternehmen sparen an der Software

Deutsche Unternehmen entscheiden sich immer häufiger für Software aus zweiter Hand. „Der Markt für gebrauchte Programme wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen“, sagt Axel Oppermann vom IT-Beratungshaus Experton Group. Der Experte rechnet damit, dass der Umsatz in den nächsten acht Jahren von derzeit rund 30 Mill. Euro auf mehr als eine Mrd. Euro klettern wird.

MÜNCHEN/FRANKFURT. „Viele Firmen freunden sich mit dem Gedanken an gebrauchte Software an“, bestätigt Boris Vöge. Der IT-Spezialist ist Vorstand beim Softwarehändler Preo. Die Hamburger handeln schon seit einigen Jahren mit gebrauchten Software-Lizenzen. Doch erst in jüngster Zeit kommt das Geschäft richtig in Fahrt. „Von kleinen Mittelständlern bis zu großen Konzernen“ reiche die Liste der Interessenten, sagt Vöge.

Der Grund liegt auf der Hand: Die Unternehmen versuchen, ihr Geschäft in allen Bereichen zu optimieren. Das gilt für Verkäufer von gebrauchter Software genauso wie für Käufer. Wer sich von alter Software oder überzähligen Lizenzen trennen will, kann damit noch ein paar Euro verdienen. Firmen hingegen, die ältere Software-Versionen oder zusätzlichen Lizenzen suchen, können sich so günstig eindecken.

Dass sich das Geschäft mit Gebraucht-Software nur schleppend entwickelte, lag auch an der rechtlich unsicheren Situation. „Inzwischen ist die Lage aber bei 80 Prozent der Software abgesichert“, sagt Experton-Berater Oppermann. Der IT-Analyst schätzt, dass die Käufer zwischen 20 und 40 Prozent sparen können. Händler versprechen Kostenvorteile von bis zu 50 Prozent. Das Angebot ist enorm. Alleine Preo bietet knapp 6 000 Lizenzen für die Büroanwendung Office-2003 von Microsoft an.

Software-Hersteller sehen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. „Wir haben grundsätzlich nichts gegen den Handel mit gebrauchter Software“, sagt ein Sprecher des weltgrößten Anbieters Microsoft. Allerdings müsse der Nutzer das komplette Paket kaufen, also die Original-CD und das dazugehörige Lizenzzertifikat. Zudem müsse vor dem Verkauf die ursprünglich installierte Version gelöscht werden. „Die Nutzungsrechte beinhalten nicht, dass die Programme auf mehreren Rechnern laufen“, sagt der Sprecher.

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