Gefährdung der Privatsphäre befürchtet
Experten fordern RFID-Gesetze

Kaum hat die Bundesregierung auf Drängen der Opposition klargestellt, von RFID sei keine Gefährdung der Privatsphäre zu befürchten, treten Spezialisten und Sachverständige auf den Plan. Sie warnen genau vor dieser Gefahr.

hiz DÜSSELDORF. Gesten noch hat die Bundesregierung als Antwort auf eine kleine Anfrage der Opposition betont, dass vom Einsatz der RFID-Technik keine Gefährdung des Datenschutzes darstelle. Nach Einschätzung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) birgt die Technik jedoch erhebliche Risiken für die Privatsphäre einzelner. Die Sachverständigen fordern deshalb von der Bundesregierung die Einsetzung einer Expertenkommission, die das Vertrauen in die neue Technik sicherstellen soll.

Nach Einschätzung von Matthias Jarke, Präsident der GI, birgt die derzeit in der Erprobung befindliche Technik der Funkchips vor allem mit Blick auf den Datenschutz Risiken. Die unter dem Namen Radio Frequency Identification (RFID) bekannte Technik basiert auf winzigen Computerchips, die per Funk Informationen an Sensoren übermitteln, ohne dass dies bemerkbar ist. Wegen ihrer geringen Größe können die Chips auf jede Art von Transport- und Produktverpackung angebracht und sogar unbemerkt als so genannte "Smart Labels" in Textilien eingearbeitet werden.

Diese Technik soll die Warenkennzeichnung mit den heute üblichen Barcodes ablösen. Lesegeräte könnten dann automatisch den Inhalt eines Warenkorbes erfassen. Denkbar ist aber auch, dass die Transponder zur weiteren Verfolgung eines beliebigen Gegenstandes oder eben auch eines Menschen eingesetzt werden. Ebenso ist nach Ansicht der Experten vorstellbar, dass die Informationen, die ein Transponder enthält, innerhalb eines automatisierten Einkaufssystems mit personenbezogenen Daten in Verbindung gebracht werden. Zum Schutz der Daten gibt es derzeit keine im öffentlich-rechtlichen Sinne verantwortliche Instanz, die das RFID-Verfahren steuert oder überwacht.

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