Gefahr für Microsoft
Dell setzt verstärkt auf Linux-PCs

Dell gefährdet die Lizenzeinnahmen von Microsoft. Grund: Der weltweit zweitgröße PC-Hersteller rüstet immer mehr Computer mit dem Gratis-Betriebssystem Linux aus.

HB BOSTON. Dell kündigte in der Nacht zum Mittwoch an, ab sofort den Verkauf von Linux-Computern auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China auszudehnen. Bislang bot der Konzern dies nur Privatkunden in den USA an. Außerdem entwickelt Dell Computer, auf denen Microsoft Windows und Linux gleichzeitig laufen können. Diese neuen Geräte sollen bereits im kommenden Jahr erhältlich sein.

Linux ist der wichtigste Rivale der marktbeherrschenden Windows-Software, die bislang auf mehr als 90 Prozent aller PCs läuft. Auf Firmencomputern hat Linux in den vergangenen Jahren bereits ein rasantes Wachstum hingelegt, im Privatbereich war es jedoch bislang vor allem echten Computer-Enthusiasten vorbehalten. Microsoft erhält für jeden mit Windows verkauften PC eine Lizenzgebühr - die Verbreitung von Linux ist dem Software-Giganten deshalb ein Dorn im Auge. In einer Dell-Umfrage interessierte sich dem Konzern zufolge ein Drittel der Kunden für Computer mit vorinstalliertem Linux.

Auch andere Computerhersteller bieten ihren Kunden vermehrt die Wahl zwischen Linux und Microsoft. Der weltweit drittgrößte PC-Hersteller Lenovo kündigte erst am Montag an, Notebooks künftig auch mit einer Novell-Version von Linux statt mit Windows anzubieten. Der Kern des Linux-Betriebssystem wird im Internet entwickelt und ist dort kostenlos verfügbar.

In Zukunft werden sich offenbar Linux und Windows nicht mehr gegenseitig ausschließen. Der für die Dell-Technologie verantwortliche Kevin Kettler sagte Reuters, schon ab 2008 könnten auf den Computern seiner Firma beide Systeme vorinstalliert sein. Dies würde bedeuten, dass per „Virtualisation“ mehrere Computer auf einem Gerät laufen - etwa Windows Vista für den täglichen Gebrauch und Linux für das Surfen im Internet. Dies würde etwa die Gefahr durch Internet-Viren dramatisch reduzieren. Kettler deutete auch an, dass möglicherweise das Apple-Betriebssystem OS X auf den Dell-PCs laufen könnte. Auf neuen Apple-Computern kann dank Virtualisationsprogrammen bereits zusätzlich das Betriebssystem Windows laufen.

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