General Public License
Sun öffnet Java-Quellcode

Java ist neues Mitglied der Gemeinde der "offenen Softwaresysteme" (open source). Sun Microsystems gibt sein Softwaresystem unter der General Public License frei. Dies gab der kalifornische Computerkonzern mit Sitz in Santa Clara bekannt. Zwei Versionen stehen zum Download bereit.

HB MÜNCHEN. Durch diesen von Fachleuten seit langem erwarteten Schritt soll es einfacher werden, Java mit Distributionen des gleichfalls quelloffenen Betriebssystems Linux zu verteilen. Java ist eine objektorientierte Programmiersprache, die in zahlreichen Bereichen wie etwa in Smartcards und Handys zum Einsatz kommt. Doch in vielen Anwendungsbereichen werden inzwischen andere Open-Source-Produkte bevorzugt. Sun stellt sich nun dem Wettbewerb und bietet Java zu vergleichbaren Konditionen. "Dadurch, dass wir die Lizenz ändern und dies zu einer freien und quelloffenen Technologieplattform machen, können wir nun wirklich die Milliarde installierte Basis anschauen und überlegen, wie wir die nächste Milliarde schaffen", erklärte Firmenchef Jonathan Schwartz.

Vielseitiges Java

Technisch ist die Programmiersprache eine Komponente der Java-Technologie. Dabei werden Java-Programme in einer speziellen Umgebung ausgeführt, die als Java-Laufzeitumgebung oder Java-Plattform bezeichnet wird. Deren wichtigster Bestandteil ist die Java Virtual Machine (Java-VM), die die Programme ausführt. Java-Programme laufen in aller Regel ohne weitere Anpassungen auf verschiedenen Computern und Betriebssystemen, für die eine Java-VM existiert. Sun selbst bietet Java-VMs für die Betriebssysteme Linux, Solaris und Windows an. Andere Hersteller lassen ihre Java-VM für ihre Plattform zertifizieren, zum Beispiel die Firma Apple für Mac OS X.

Zögerliche Öffnung

Mit dem Open-Source-Prinzip ist Sun schon seit einigen Jahren konfrontiert und hat dazu erste vorsichtige Schritte unternommen. So wurde unter anderem das Unix-Betriebssystem Solaris unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Die 1995 vorgestellte Programmiersprache Java, die einen wachsenden Einfluss von Microsoft verhindern sollte, war bisher davon ausgenommen. Sun setzte bei der weiteren Entwicklung vielmehr auf einen Community Process ("JCP") genannten Weg, an dem mehrere interessierte Firmen beteiligt waren. Er sollte sicherstellen, dass sich nicht mehrere zueinander inkompatible Versionen von Java entwickelten. Doch 2004 hat sich die Situation grundlegend geändert. Damals vereinbarten Sun und Microsoft einen Kartellvergleich, in dessen Rahmen Microsoft unter anderem wegen seiner Taktiken gegen Java fast zwei Milliarden Dollar an Sun bezahlte.

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