IT + Internet
Gericht: Oracle darf Übernahmeversuch von Peoplesoft fortsetzen

Ein amerikanisches Bundesgericht hat dem Softwarekonzern Oracle erlaubt, seinen feindlichen Übernahmeversuch des Konkurrenten Peoplesoft fortzusetzen.

dpa LOS ANGELES. Ein amerikanisches Bundesgericht hat dem Softwarekonzern Oracle erlaubt, seinen feindlichen Übernahmeversuch des Konkurrenten Peoplesoft fortzusetzen.

Das Justizministerium habe nicht nachweisen können, dass die Übernahme wettbewerbsverzerrend sei, sagte der zuständige Bezirksrichter Vaughn Walker am Donnerstag (Ortszeit).

Das US-Justizministerium hatte einen Kartellrechtsprozess eingeleitet, um die 7,7 Mrd. $ (6,3 Mrd Euro) schwere feindliche Übernahme zu verhindern. Das Ministerium wollte belegen, dass durch die Übernahme nur noch Oracle und die deutsche SAP als wesentliche Anbieter für Unternehmenssoftware übrig bleiben würden. Dies würde nach Ansicht der Kläger zur Behinderung von Wettbewerb und Innovationen, zu geringerer Produktauswahl für die Nutzer und zu steigenden Softwarepreisen führen.

Peoplesoft hat den Rivalen Oracle unterdessen auf Schadenersatz in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar verklagt. Oracle habe mit unfairen Praktiken versucht, Peoplesoft bei Kunden schlecht zu machen. Zudem bekräftige die Unternehmensführung erneut die Ablehnung des Übernahmeangebots von Oracle, teilte der Anbieter von Unternehmenssoftware mit. Oracle versucht bereits seit Juni 2003, den heftigen Widerstand des Konkurrenten zu brechen und hatte wiederholt das Angebot an die Peoplesoft-Aktionäre verlängert. Bislang hat sich Peoplesoft jedoch erfolgreich im Übernahmekampf behaupten können.

Das Justizministerium hat jetzt zehn Tage Zeit, um gegen das Urteil Einspruch einzulegen. Rückendeckung hat die Behörde von zehn US-Bundesstaaten, die sich gegen die feindliche Übernahme ausgesprochen haben. Zu Beginn des Kartellrechtsprozesses hatte Microsoft überraschend mitgeteilt, eine Übernahme von SAP erwogen zu haben. Dieser Plan wurde aber verworfen. Peoplesoft sagte in einer Stellungnahme, das Unternehmen werde mit einem weiteren Gerichtsverfahren versuchen, die feindliche Übernahme abzuwenden.

Oracle ist nach Angaben der Marktforscher von IDC mit einem Anteil von 40 % weltweit führend im Markt für Datenbanken. Bei Unternehmenssoftware liegt der Konzern hinter SAP und Peoplesoft nur auf Rang drei und will mit der Übernahme Boden gut machen. Oracle hatte seine Offerte an die Peoplesoft-Aktionäre wiederholt verlängert.

Ein starker Anstieg der Lizenzeinnahmen für Datenbank-Software und solide Umsatzzahlen ließen den Gewinn von Oracle im Schlussquartal und im gesamten Geschäftsjahr 2003/2004 (31. Mai) stark ansteigen. Oracle, der zweitgrößte Softwarekonzern der Welt nach Microsoft, verdiente 2003/2004 operativ 3,9 Mrd. $, der Überschuss lag bei 2,7 Mrd. $. Oracle erhöhte den Umsatz um sieben Prozent auf 10,2 Mrd. $.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%