Geschäft mit der Architektur-IT
Software plant den Freedom Tower

Die Informationstechnologie sorgt in vielen Wirtschaftszweigen für eine stetig steigende Produktivität – an der Baubranche ging diese Entwicklung bisher zum großen Teil vorbei. Anbieter von Spezialsoftware wie Nemetschek, Graphisoft oder Autodesk wollen das Geschäft mit der Bau-IT jetzt endlich vorantreiben – neue Lösungen und spektakuläre Referenzprojekte sollen dabei helfen.

HB MÜNCHEN. „Eigentlich werden Bauprojekte noch genau so realisiert wie vor hundert Jahren, und das, obwohl die Anforderungen an Sicherheit, Umweltverträglichkeit oder Materialauswahl ständig steigen“, sagt Phil Bernstein, Architekturprofessor an der US-Universität Yale. Zwar bearbeiteten Architekten ihre Pläne heute am Computer, doch die Entstehung eines Gebäudes basiere meist noch auf einer Unmenge von Papierausdrucken – in den seltensten Fällen seien die verschiedenen Bau- und Planungsstadien elektronisch vernetzt.

Glaubt man Bernstein, er arbeitet zugleich im Management bei Autodesk, dann ist das Effizienzpotenzial in der Baubranche enorm: Fast ein Drittel der durchschnittlichen Baukosten würden durch Ineffizienzen, fehlerhafte Pläne und Missverständnisse in der Kommunikation zwischen den Beteiligten eines Bauvorhabens verursacht. Insgesamt produziere der Bau eines Gebäudes, das 100 Millionen Dollar kostet, durchschnittlich rund 150 000 verschiedene Papier-Dokumente. Unzählige Pläne werden, so Bernstein, zwischen Architekten, Statikern, Bauleitern und Bauherren per Kurier hin- und hergeschickt – „das sind antiquierte Arbeitsabläufe, die oft schwerwiegende Fehler zur Folge haben“.

Um Fehler und ausufernde Kosten bei komplexen Bauvorhaben zu verhindern, setzen die Anbieter von Spezialsoftware auf zwei Trends: Zum einen sollen „Digital Building Models“ Papierpläne ersetzen. Ein Computerprogramm vereint dabei dreidimensionale Ansichten, herkömmliche zweidimensionale Pläne und technische Informationen über Elektrik- und Wassernetze auf einer elektronischen Plattform. Verändert der Architekt ein Detail in der 3-D-Ansicht auf dem Monitor, dann geht diese Änderung gleichzeitig in die Bauzeichnung und den Technikplan über. Jede Änderung wird dabei automatisch dokumentiert. So lässt sich nachvollziehen, wer wann mit welchem Ergebnis an einem Entwurf gearbeitet hat.

Der zweite Trend bei der Bau-IT heißt Kollaboration: „Ob Architekt, Bauingenieur, Bauherr, Facility- oder Immobilienmanager: Jeder wird die Informationen des anderen an jedem Ort und zu jeder Zeit in seine Arbeit integrieren und so weit effizienter zum Ziel kommen als jemals zuvor“, formuliert der Bausoftware-Anbieter Nemetschek seine Vision vom Bauen der Zukunft. Die Kurierübermittlung von Papierausdrucken sei damit überholt. Je komplexer ein Projekt ist und je mehr Menschen im Bauprozess beteiligt sind, desto mehr Zeit und Geld lässt sich mit einer Kollaborations-Software sparen, argumentieren die Anbieter.

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