Geschäft mit Funkerkennung
Siemens setzt auf RFID

Für die kommenden Jahre rechnet der deutsche Technologiekonzern Siemens mit einem kräftigen Wachstum seines Geschäfts mit den RFID-Funkchips.

HB MÜNCHEN. "Der Markt wird in den kommenden Jahren jährlich etwa zehn Prozent wachsen. Wir wachsen mehr als der Markt", sagte der Chef des RFID-Geschäfts bei Siemens, Volker Klaas, im Reuters-Interview. Er peile in den nächsten Jahren jeweils ein Umsatzplus von zehn bis 15 Prozent an. Im vergangenen Jahr habe Siemens mit den sogenannten Radio Frequency Identifikation (RFID) Systemen einen Umsatz im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erwirtschaftet.

Bei der RFID-Techik werden Waren oder Transportgebinde mit einem Funk-Chip oder-Aufkleber versehen. Spezielle Lesegeräte können dann die darauf gespeicherten Daten kontaktlos ablesen. Bisher wird die Technik vor allem im Handel und in der Logistikbranche verwendet, um Warenströme nachvollziehen zu können. Mit der Technik könne etwa der Weg eines in Asien gefertigten Turnschuhs bis in den Laden in Deutschland lückenlos nachvollzogen werden, sagte Klaas.

Die Verknüpfung der Funk-Chips mit Sensoren etwa für Temperaturen oder Feuchtigkeit werde der Technologie insgesamt zu neuen Wachstumsimpulsen verhelfen, sagte Klaas. In den vergangenen Jahren war ein Nachfrageschub trotz optimistischer Prognosen von Marktforschern weitgehend ausgeblieben war. Dabei wurde die Entwicklung der Branche auch dadurch gebremst, dass internationale Standards nur mühsam entstehen.

Klaas zufolge interessieren sich zunehmend die Nahrungsmittelindustrie, die Chemie- und Pharmabranche, Textilunternehmen und Gesundheitsdienstleister für die Technologie, die Siemens zu seinem Schwerpunktthema auf der IT-Branchenmesse Cebit macht. In den Branchen werde würden etwa lückenlose Nachweise der Herstellungsgeschichte eines Produkts immer wichtiger. So sei es etwa sei durch die Technik künftig möglich zu überwachen, ob die Kühlkette etwa für eine Blutkonserve unterbrochen wurde.

Ob eines Tages auch die Verbraucher im Supermarkt mit einem Scanner die Herkunft ihres Schnitzels selbst herausfinden könnten, ist noch offen. "Denkbar ist sowas sicherlich", sagte Klaas.

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