Geschäfte mit legalen Musikdownloads bescheiden
Exzessiven Nutzern von Tauschbörsen geht es an den Kragen

In den USA wird Nutzern illegaler Internet-Tauschbörsen schon seit Monaten das Leben schwer gemacht, zahlreiche Klagen wurden dort bereits erhoben. Nun will die Musikbranche auch in Europa Internet-Nutzer vor Gericht bringen, die massenhaft Musikstücke im Web tauschen.

HB CANNES. Dies kündigte der Präsident des weltweiten Verbandes der Plattenindustrie (IFPI), Jason Berman, am Montag auf der Musikmesse Midem in Cannes an. „Das sind keine Kunden von uns, die wir mit diesem harten Vorgehen vergraulen - diese Leute stehlen unsere Musik“, sagte er.

Nach einer aktuellen IFPI-Untersuchung haben im vergangenen Jahr rund sechs Mill. Internetsurfer in so genannten Peer-to-Peer- Tauschbörsen wie Kazaa oder Gnutella mehr als acht Mrd. Musiktitel illegal untereinander getauscht - die Musikindustrie hat dafür keinen Cent gesehen. Im Verhältnis dazu nehmen sich die Geschäfte mit legalen Musikdownloads bescheiden aus: In den USA wurden im zweiten Halbjahr 2003 etwa 19,2 Mill. Tracks über offizielle Musikwebsites verkauft - die Tendenz ist jedoch steigend.

Europa hinkt beim Aufbau legaler Angebote noch stark hinter den USA hinterher - der von Peter Gabriel gegründete Dienst OD2 verkaufte als einer der größten im Jahr 2003 insgesamt drei Mill. Tracks. Berman räumte ein, insgesamt gebe es zwar schon 30 unterschiedliche legale Angebote in Europa, diese seien aber kaum bekannt. „Gerade einmal 25 % der Menschen in Europa wissen von diesen Angeboten“ - dies habe die IFPI-Studie ergeben.

Berman sieht erste Erfolge im Kampf gegen die Online- Musikpiraterie. Die Klagen gegen US-Nutzer von Tauschbörsen und eine gleichzeitige Aufklärungskampagne, wobei Websurfer in aller Welt in E-Mails über die Illegalität dieser Angebote informiert wurden, hätten Früchte getragen. „Das Angebot von Musikstücken in Tauschbörsen ist im vergangenen Jahr von einer Milliarde auf 800 Mill. gefallen“, sagte Berman. Außerdem habe die IFPI-Studie ergeben, dass immerhin zwei Drittel (66 %) der Befragten in vier europäischen Ländern wüssten, dass der unautorisierte Online- Musiktausch illegal ist - in Deutschland seien es sogar drei Viertel.

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