Geschäftlicher Erfolg treibt Anzahl in die Höhe
Spam-Flut überrollt Rechner

Spam ist nicht nur eine Plage, sondern führt in Unternehmen zu großen finanziellen Schäden. Trotzdem lohnt sich diese Form der Belästigung - jedenfalls für die Aussender. Sicherheitsexperten warnen bereits vor weiteren Gefahren.

hiz DÜSSELDORF. Bei einer Langzeitauswertung von Spam-Filtern will Panda Software herausgefunden haben, dass allein in den USA schon im Jahr 2002 durch unerwünschte Mails Kosten von 9 Milliarden Dollar verursacht wurden. 2003 waren bereits 40 % der im Umlauf befindlichen E-Mails Spam - und jeder Anwender erhielt im Durchschnitt 2200 unerwünschte Werbe-Mails im Jahr. Nach Erkenntnissen von Datamonitor geht man heute davon aus, dass 60 bis 80 Prozent aller Mails unerwünscht sind.

Die Initiativen der Gesetzesgeber in den Industriestaaten sind ein stumpfes Schwert im Kampf gegen die Mail-Flut. Zwar werden vereinzelt Spammer verklagt, aber die Masse der Versender operiert aus Ländern, in denen sie keine Strafverfolgung fürchten müssen. Verzweifelte Firmen und Anwender ergreifen also technische Gegenmaßnahmen, die den Markt für Anti-Spam-Lösungen jährlich um 26 Prozent wachsen lassen, so die Marktforscher von Datamonitor. Bis 2008 erwarten sie das Marktvolumen von 2,87 Milliarden Dollar.

Trotz aller Abwehrmaßnahmen schwillt zudem die Flut der Junk-Mails ständig weiter an. „Wenn nur 0,04 Prozent aller Empfänger die angepriesenen Produkte kaufen, ist das immer noch ein gutes Geschäft. Es werden ja immer Millionen von Mails verschickt - und das fast zum Nulltarif“, erklärt Hans-Joachim Diedrich, Deutschland-Geschäftsführer des Sicherheitsanbieters F-Secure . Bestätigt werden seine Erkenntnisse durch eine Umfrage der Business Software Alliance (BSA). Demnach ist der Prozentsatz derer, die sich mindestens einmal durch Spam verführen ließen, ein Produkt oder eine Dienstleistung einzukaufen, unerwartet hoch. Auf Länderebene betrachtet liegt Brasilien an der Spitze. 66 Prozent ließen sich hier schon von Spam zum Kauf animieren. Deutschland liegt mit 43 Prozent hinter Frankreich und Großbritannien an vierter Stelle. In den USA geben immerhin noch 41 Prozent der Befragten zu, durch ungefragte E-Mail Angebote zur Geldausgabe verleitet worden zu sein.

Sicherheitsexperten warnen vor weiteren Gefahren, die sich der Spam-Methoden bedienen. Bei einem gezielten Spam-Angriff kann zum Beispiel das Netzwerk eines Unternehmens empfindlich leiden, weil die zur Verfügung stehende Bandbreite blockiert wird. Auch Virenautoren kennen die Vorteile, die ihnen Spam-Methoden bieten. Sie hängen ihre Schädlinge gerne als Anhang an E-Mails oder verweisen mit einem Link zu einer verseuchten Webseite. Mit etwas Glück verbreitet sich der Schädling so auf tausenden Rechnern. Der neuste Trend der Spammer: Phishing-Mails. Die gefälschten Nachrichten verleiten viele arglose Nutzer dazu, Bankdaten und Kenncodes preis zu geben.

Die Experten mahnen, dass Spam-Filter, die nach festen Regeln arbeiten, nicht mehr genügen. Aufgrund der großen Anzahl von Spam-Mails muss ein zuverlässiges System jede Nachricht auf eine intelligente Art und Weise analysieren. Zusätzlich sollte das eingesetzte Schutzsystem lernfähig sein.

Solange die Spam Methode aber weiterhin von Erfolgen gekrönt ist und die Gesetze international nicht greifen, wird die Spam-Flut wohl nicht abebben.

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