Geschmackloser Online-Betrug
Spam verspricht Millionen

Angeblich hinterließ ein Opfer der Concorde-Katastrophe im Jahr 2000 über 20 Mill. englische Pfund. Wer auf die Mail antwortet, gefährdet sein Bankkonto.

hiz DÜSSELDORF. Die Spezialisten von Sophos warnen vor einer neuen  Spam-Kampagne, bei der Cyberkriminelle versuchen, vertrauliche Informationen auszuspähen. Als Aufhänger nutzen die Online-Betrüger den Absturz der Concorde am 25. Juni 2000 in Paris. Die Nachricht stammt angeblich von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Sie sei auf das Londoner Bankkonto eines deutschen Passagiers gestoßen sei, der bei dem Absturz mit seiner Familie ums Leben kam. Sein Vermögen in Höhe von 20,5 Mill. englischen Pfund werde nach Ablauf einer Frist von drei Monaten genutzt, um Waffen zu kaufen. Da es keine Erben gäbe, werden die Empfänger aufgerufen, so schnell wie möglich auf die E-Mail zu antworten, damit 25 Prozent des Gelds an sie überwiesen werden können.

Antworten die Empfänger auf die Nachricht in der Hoffnung, einen Teil des beträchtlichen Vermögens zu bekommen, werden sie aufgefordert, eine Vorauszahlung zu leisten oder persönliche Daten für die vermeintliche Überweisung preiszugeben. Diese Informationen werden nach den Erkenntnissen der Experten von Spammern gezielt dazu verwendet, fremde Bankkonten zu plündern oder Identitätsbetrug zu begehen.

Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos, erläutert: „Der betreffende Passagier und seine Familie gehörten tatsächlich zu den Opfern des schrecklichen Flugzeugunglücks in Paris. Geschmacklose Spammer nutzen vorsätzlich deren Namen, um fremde Konten auszurauben, ohne nur eine Sekunde an die Gefühle der Angehörigen und Freunde der Opfer zu denken.“

Die Spam-Mail mit Bezug auf den Concorde-Absturz ist das jüngste Beispiel für die so genannten Nigeria-Connection-Kampagnen, bei denen Cyberkriminelle Computeranwendern Geld versprechen und die Empfänger per E-Mail auffordern, zunächst persönliche Informationen preiszugeben. Auf diese Weise gelangen die kriminellen E-Mail-Versender an Konto-Zugangsdaten oder fremdes Geld. In den E-Mails wird beispielsweise behauptet, die Nachrichten stammen von der verfolgten Witwe des letzten nigerianischen Staatsoberhaupts, einem überlebenden Mitglied der im Juni 2001 grausam ermordeten Königsfamilie von Nepal oder von einem afrikanischen Astronauten, der angeblich auf der Weltraumstation Mir festsitzt.

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