Gesetzentwurf gegen den Missbrauch
Spionage nur nach Zustimmung

Das Betreiben von Spyware, den Spionageprogrammen auf Arbeitsplatzrechnern, soll in Kalifornien bald illegal sein, wenn der Anwender nicht ausdrücklich zustimmt. Über einen entsprechenden Gesetzentwurf muss das Parlament nun entscheiden.

hiz DÜSSELDORF. Unter dem Aktenzeichen SB 1436 liegt dem Parlament des amerikanischen Bundesstaates Kalifornien ein Gesetzentwurf vor, der vor ungewollter Spyware schützen soll. Das „Office of Privacy Protection“, zuständig für den Schutz der persönlichen Freiheit der Bürger, will damit Anwender besser vor Spionage aus dem Internet schützen. Spyware sind kleine Programme, die sich beim Besuch einiger Internetseiten auf dem Rechner des Users installieren. Mittels solcher Programme kann im harmlosesten Fall das Surfverhalten analysiert und eine entsprechende Werbeeinblendung auf den Bildschirm gebracht werden. Kriminelle Elemente nutzen diese Programme allerdings dazu, Passwörter, Bankverbindungen und andere sensiblen persönlichen Daten auszukundschaften. Das Gesetz sieht vor, dass Spyware sich nur installieren darf, wenn der Anwender ausdrücklich zustimmt.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass dem Gesetz großer Widerstand entgegen gebracht wird, denn Politiker aus beiden Lagern haben die Gefahr aus dem Netz erkannt. Der demokratische Senator Kevin Murray bedauerte jüngst, dass die Konsumenten bisher den Angriffen aus dem Netz hilflos ausgeliefert sind. Der Republikanische Senator Jim Battin vertritt die Ansicht, dass dieses Problem auf nationaler Ebene angegangen werden müsse, aber die Initiative an der Westküste der USA ein guter Anfang sei.

Wie effektiv so ein Gesetz ist, wird sich erst mit der Zeit herausstellen. Betrachtet man die Maßnahmen der Gesetzgeber gegen die Spam-Mail Versender, bleibt die Befürchtung einer ähnlichen Entwicklung. Gegen Spam gibt zwar ein einigen Länder der Welt Gesetze. Diese werden jedoch von den Versendern umgangen – oder sie weichen in Ländern mit fehlenden rechtlichen Vorschriften aus. Auch die Dialer-Anbieter, die zu teuren Internetverbindungen verleiten, dürfen ihre Verbindungen erst nach Zustimmung durch den Anwender installieren. Die Anbieter gestalten die Abfragen nun aber oft so verwirrend, dass der unbedarfte User dazu verleitet wird, auf die entsprechenden Felder zu klicken. Juristisch kann dieser Klick allerdings als Zustimmung ausgelegt werden kann. Bei dem Kampf gegen Spyware könnte ähnliches blühen. Zumindest haben die Strafverfolgungsbehörden aber womöglich bei Aufdeckung illegaler Aktivitäten bald eine rechtliche Handhabe gegen die Täter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%