Gesetzlich geforderte Überwachung
Biometrie fürs Schlachtvieh

BSE, Maul- und Klauenseuche, Scrapie oder Schweinpest haben die Verbraucher sensibilisiert. Durch Tierkennzeichnung soll der Lebenslauf eines Tieres lückenlos überwacht werden. Biometrische Kennzeichen könnten die Verfahren fehlerfreier gestalten.

hiz DÜSSELDORF. Mit Tierkennzeichnung, Registrierung und Meldepflicht soll der Schlachtviehbestand in der EU lückenlos überwacht und der Weg jeden Tieres von seiner Geburt bis zur Schlachtung verfolgt werden. Gleich nach der Geburt werden die Tiere deshalb mit Ohrclips markiert. Diese können allerdings verloren gehen. Durch einen Retina-Scan können Tiere eindeutig identifiziert werden, ohne mit technischen Mitteln markiert zu werden.

Das amerikanische Unternehmen Optibrand hat eine Identifikations- und Nachverfolgungslösung vorgestellt, die ohne Tierkennzeichnung auskommt und gleichzeitig betrugssicher ist. Dem System dient das Gefäßmuster der Netzhaut als eindeutiges Identifizierungsmerkmal. Die dem Optireader zugrunde liegende Technik liefert der deutsche Spezialist Kontron Embedded Modules GmbH .

Eine gesicherte Herkunft des Fleisches ist auch drei Jahre nach der letzten BSE-Krise für den Verbraucher eines der Hauptentscheidungskriterien für den Fleischkauf. In Deutschland gewährleistet die Viehverkehrsverordnung (VVVO), dass die kurzen Lebensläufe von Tieren von der Geburt bis zur Schlachtung unter Kontrolle bleiben. Sie soll dafür sorgen, dass die Fleischqualität überwachbar bleibt und Seuchenherde im Bedarfsfall schnell und fehlerfrei identifiziert werden können.

Die Grundelemente des Systems, mit dem zum Beispiel Rinder identifiziert und ihr Werdegang verfolgt wird, bestehen aus der Rinderkennzeichnung, der Meldepflicht aller Zu- und Abgänge eines Betriebs, dem Rinderpass und einer zentralen Datenbank. Gleich nach der Geburt bekommen Kälber zwei Marken mit einer zehnstelligen Nummer an ihre Ohren geheftet. Gleichzeitig erhalten sie einen eigenen Tierpass, in dem alle wichtigen Lebenslaufsinformationen wie Impfungen, Futtermischung oder Besitzer eingetragen werden sollen. Darüber hinaus ist der Züchter verpflichtet, sein Vieh mit der zehnstelligen Nummer bei der zentralen Datenbank HI-Tier zu melden (HI-Tier = Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere). Jedes Mal, wenn ein Rind verkauft, geschlachtet oder anders zu Tode kommt, muss dies der HI-Tier gemeldet werden. So zeichnet die Datenbank den Weg eines individuellen Tieres lückenlos nach. Bei Importrindern ist das Prozedere ähnlich: Sie erhalten beim Eintreffen in Deutschland Ohrmarken und den Tierpass mit Angaben über ihre Herkunft und werden in der HI-Tier eingetragen.

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