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Online-Kaffeekauf: Zoll ermittelt gegen Tausende Käufer

Augen auf beim Kaffeekauf: Nach Einkäufen im Ausland über das Internet sind Tausende von Kunden wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ins Visier des Zolls geraten.

dpa HAMBURG/KöLN. Augen auf beim Kaffeekauf: Nach Einkäufen im Ausland über das Internet sind Tausende von Kunden wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ins Visier des Zolls geraten.

„Sobald Sie im Internet Kaffee bestellen, muss dieser versteuert werden“, erläuterte der Sprecher der Oberfinanzdirektion (OFD) Köln, Eugen Bresemann. Ein Kunde müsse den Kauf bei seinem Hauptzollamt melden, das dann einen Steuerbescheid ausstelle. Bei kleineren Vergehen müsse voraussichtlich niemand mit einem Bußgeld rechnen. „Wir möchten die Leute nicht kriminalisieren“, sagte Bresemann. Der Zoll sei aber gesetzlich verpflichtet, Hinweisen nachzugehen.

Auch der Deutsche Kaffeeverband in Hamburg warnte vor einer Steuer-Falle beim Internet-Kauf aus dem Ausland. „Insbesondere beim Erwerb durch Internet-Auktionen sollte der Kaffeekäufer daher aufpassen, in welchem Land der Verkäufer sitzt, sonst können strafrechtliche Konsequenzen drohen“, sagte Verbands-Geschäftsführer Holger Preibisch.

Viele Internet-Kunden seien durch erste Medienberichte aufmerksam geworden, so Bresemann. Daher seien nun Hunderte Selbstanzeigen bei den Hauptzollämtern eingegangen, bestätigte der OFD-Sprecher einen Bericht von „Welt.de“. Allgemein erklärte ein Sprecher des Zollkriminalamts Köln, dass die Zentrale Internet-Recherche (Zire) der Zollfahndung generell Hinweisen auf illegalen Warenverkehr im Internet nachgehe.

In Europa wird die Kaffeesteuer nach Verbandsangaben nur in Deutschland, Belgien und Dänemark erhoben. In der Bundesrepublik beträgt der Steuersatz für ein Kilogramm Röstkaffee 2,19 Euro und für ein Kilogramm löslichen Kaffee 4,78 Euro. Das jährliche Steueraufkommen betrage rund eine Milliarde Euro. „Uns sind derzeit etliche Fälle bekannt, in denen Kaffeetrinker Kaffee aus dem Ausland zu günstigen Preisen ersteigert und Monate nach der Kaffeelieferung ein Schreiben der Zollbehörden wegen Steuerhinterziehung erhalten haben“, sagte Preibisch. Der Zoll wende derzeit sehr konsequent das Kaffeesteuergesetz an.

„Der im Internet oder anderen Medien angebotene gewerbliche Versand aus anderen Mitgliedstaaten an private Empfänger im Inland ist nicht steuerfrei. Eine anders lautende Werbung solcher Anbieter ist falsch“, heißt es auf den Internet-Seiten des Zolls. Die Steuerpflicht treffe nicht den Verkäufer im Ausland, sondern den in der Bundesrepublik lebenden Käufer. „Steuerfrei ist der Kauf für den Privatverbrauch aus dem Ausland über das Internet eigentlich nur für den, der von einer Privatperson kauft und seine Bestellung anschließend selbst im Ausland abholt“, erläuterte Preibisch.

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