„Globefish“ und „Groovepad“
Innovative PC-Mäuse aus Thüringen

Klopfen statt klicken: Der Weimarer Professor Bernd Fröhlich und seine Studenten haben mit „Globefish“ und „Groovepad“ zeitgemäße Alternativen zur Computermaus gefunden. Mit seinen Innovationen geht Fröhlich nun gegen die mächtigen Anbieter von Eingabegeräten für Computer an.

Bernd Fröhlich streicht mit dem Zeigefinger über die rote Kugel, die in der Mulde eines glänzend schwarzen Kunststoffblocks liegt. Die Ansicht auf dem Bildschirm kippt und rotiert, dass es dem Betrachter schwindelig wird. „Globefish“ heißt das Gerät, das der Professor für Systeme der virtuellen Realität an der Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit seinen Studenten entwickelt hat. Computernutzer rollen damit in die dritte Dimension.

An einen Rechner angeschlossen, macht Globefish abenteuerliche Manöver möglich, die mit herkömmlichen Mäusen nicht gelingen. Computerspieler etwa könnten auf ganz neuen Wegen ihre Cyberwelt erkunden. Selbst probiert hat Fröhlich das jedoch nicht. „Durch die Welten zu fliegen, wäre nichts für mich“, sagt der 46-Jährige. „Mir wird dabei schlecht.“

Fröhlich knüpft mit seinen Ideen an die Tradition des Weimarer Bauhauses an. Die Hochschule brachte vor dem Zweiten Weltkrieg Architekten und Designer hervor, die die moderne Welt beeinflussten: Walter Gropius, Wilhelm Wagenfeld, László Moholy-Nagy. Nun trägt Fröhlich dazu bei, den Geist der ehrwürdigen Einrichtung in die Multimedia-Zukunft fortzuschreiben.

Für die Umsetzung seiner Einfälle biete das Bauhaus beste Bedingungen. „Weimar ist ein Glücksfall, eine vergleichbare Stelle wurde danach in Deutschland nicht mehr ausgeschrieben“, sagt Fröhlich. Vor acht Jahren zog der gebürtige Konstanzer und promovierte Computergrafiker nach Thüringen. Den Anfang machte er mit einer Computermaus, freilich keiner gewöhnlichen. „Cubic Mouse“ heißt das Gerät, das aussieht wie ein mit Spießen gespickter Würfel. Es hilft unter anderem Ingenieuren dabei, ihre Entwürfe einfacher am Bildschirm zu bewegen und zu zerlegen. Die Vermarktung der Technik übernahm die kanadische Fakespace Systems.

Mit Globefish klickt Fröhlich nun gegen die mächtigen Anbieter von Eingabegeräten für Computer. Eigentlich hatte er eine Kooperation im Sinn. Es habe Gespräche mit dem Maus-Hersteller Logitech gegeben, erinnert sich der Professor – allerdings ohne Ergebnis. „Die sagten, es gebe kein Potenzial dafür.“ Dabei entwickelt der Branchenprimus mit seiner Tochterfirma 3Dconnexion ähnliche Produkte – aber, nach Meinung der Weimarer Wissenschaftler, nicht so gute. Sie haben ihre Maus-Variante mit der von 3Dconnexion verglichen. „In vielen Fällen ist unser Globefish leichter zu bedienen als das Standardprodukt von Logitech“, sagt Fröhlich. „Wir können das in Benutzerstudien nachweisen.“

Von der neuen Maus-Technik sollen beispielsweise Designer in der Autoindustrie und Architekten profitieren. Selbst auf den Markt bringen will Fröhlich die Geräte mit seinen Mitarbeitern nicht. „Die Studenten sollen sich auf ihre Abschlussarbeiten konzentrieren“, sagt er. „Produktmarketing würde sie davon ablenken.“ Gleichwohl werden die Mitarbeiter in praxisnahe Projekte eingebunden – sie sind es, die die entscheidenden Ideen liefern. Fröhlich übernimmt die Rolle des Moderators.

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