Goldene Regeln
Tipps zum Kampf gegen Spam

Die verbesserten Abwehrmechanismen gegen unerwünschte E-Mails zeigen erste Wirkung: Die Spammer müssen sich ausgefeilterer Techniken bedienen. Texte werden immer öfter als Bild übermittelt und Internet-Telegramme als Spam-Schleudern missbraucht. Einfache Regeln können die Flut jedoch eindämmen.

hiz DÜSSELDORF. Eine aktuelle Analyse des Message Management Unternehmens Postini deutet auf einen Strategiewechsel der Spam-Versender hin. Während bei den herkömmlichen Spam-Mails, die die Postfächer überfluten, ein leichter Zurückgang zu verzeichnen ist, steigt die Anzahl der unerwünschten Internet-Telegramme. Basis der Erkenntnisse sind rund eine Milliarde E-Mails die täglich untersucht werden.

Die herkömmlichen E-Mail-Angriffe nehmen zwar ab, werden dafür aber kreativer. So kommt Bilder-Spam völlig ohne Text aus und kann ein Foto, einen Text als Bild oder eine Kombination aus beidem enthalten. Grund für den Einsatz von Bildern ist, dass die verbesserten Spam-Filter reine Textinhalte leicht analysieren können. Zweideutige Angebote, die den Inhalt einschließlich des Textes per Bild übermitteln, umgehen diese Analysewerkzeuge. Der Anteil der Bilder-Spams steigt daher dramatisch. Waren es im Januar 2005 erst zwölf Prozent, betrug der Anteil im Juni schon 25 Prozent. „Während die meisten Anti-Spam-Produkte gute Dienste gegen gewöhnlichen textbasierten Spam leisten, sind viele bei der Analyse von Nachrichten ohne Textinhalte überfordert. Darum steigt der Anteil an Bilder-Spam so rasant“, erklärt Andrew Lochart, Senior Director of Marketing von Postini.

Instant-Messaging-Nutzer waren, so die Analyse, im Juni besonders von zwei neuen Malware-Attacken bedroht. Worm.pic-myspace-info lockt seine Opfer auf eine Internetseite. Von dort aus installiert sich der Wurm selbst auf dem Computer des Nutzers und infiziert dann den Instant Messenger. Damit nicht genug, der Wurm vermehrt sich danach selbst, indem er eine Nachricht an alle gespeicherten Kontakte in der „Buddy List“ des Messengers verschickt. Der zweite Wurm zielt speziell auf Nutzer des Yahoo Instant-Messengers. Der Secunia/Yahoo.dos.vuln-Wurm verursachte mit riesigen Nachrichtenmengen Denial-of-Service (DoS)-Attacken, die zum Absturz des Messengers führten. „Hacker und Spammer wenden sich logischerweise von geschützten Systemen ab und zielen auf solche, die ungeschützt sind. Heute ist es sehr schwierig, mit Viren und Würmern moderne Systeme für die E-Mail-Sicherheit zu überwinden. Deshalb nutzen Hacker nun die Möglichkeiten von Instant Messaging-Systemen aus“, berichtet Andrew Lochart.

Um die Spam-Flut in den eignen E-Mail-Fächern zu minimieren geben die Fachleute einen Rat simplen Rat: Die eigene E-Mail-Adresse, ob im Internet oder auf Papier, sollte nur gezielt und mit Bedacht weitergegeben werden. Vielfach ist den Anwendern nicht bewusst, dass zwischen der Weitergabe der eigenen E-Mail-Adresse und den unerwünschten E-Mails ein unmittelbarer Zusammenhang besteht.

Hier sieben Tipps der Postini-Experten, die helfen die Spam-Flut einzudämmen:

  1. Bevor Sie auf einer Internetseite Ihre E-Mail-Adresse angeben, überprüfen Sie, dass diese nicht an Dritte weitergegeben wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Dritten um in irgendeiner Form verbundene Unternehmen oder Organisationen handelt. Ebenso sollten rechtliche Verpflichtungen zur Einhaltung genau beschrieben sein. Fehlen diese Angaben, sehen Sie von der Angabe Ihrer E-Mail-Adresse ab.

  2. Überprüfen Sie bei der Anmeldung für Newsletter die Datenschutzerklärung des Anbieters, bevor Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben.

  3. Achten Sie darauf, dass Ihre E-Mail-Adresse möglichst nur dort veröffentlicht wird, wo es unbedingt erforderlich ist.

  4. Versuchen Sie nicht, einen unaufgefordert zugesendeten Newsletter abzubestellen, denn damit bestätigen Sie dem Spammer erst, dass Ihre E-Mail-Adresse gültig ist und aktiv genutzt wird.

  5. Verbergen Sie Ihre E-Mail-Adresse bei der Anmeldung in Newsgroups, Online Communities oder auf Social Networking-Internetseiten wie openbc.com.

  6. Nutzen Sie eine Signatur in Ihrer E-Mail nur gegenüber vertrauenswürdigen Empfängern, vor allem, wenn darin Ihre E-Mail-Adresse selbst enthalten ist.

  7. Geben Sie nie Ihre E-Mail-Adresse bei Gewinnspielen, Abos oder Anmeldeformularen an.

Die Experten wissen allerdings, dass diese Regeln nur ein Baustein zur Vermeidung von Spam sind. Spammer entwickeln in immer kürzeren Abständen neue Mittel und Wege, die eine Bedrohung für den E-Mail-Nachrichtenverkehr in den Unternehmen darstellt.

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