Google, Comcast, Microsoft und News Corp.
Freiertänze der Giganten um AOL

Um die jahrelang verschmähte Internetsparte America Online (AOL), die wie ein Klotz am Bein des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner zu hängen schien, ist plötzlich ein harter Wettbewerb entbrannt.

dpa NEW YORK. Der technologische Fortschritt, dank dem die Verbraucher Filme, Musik, Videos, Spiele oder Nachrichten auf immer mehr Wegen beziehen können, lässt tiefschneidende Veränderungen erwarten. Betroffen sind gleich viele Branchen: Internet, Fernsehen, Medien, Telekommunikation und auch die Unterhaltungsindustrie. Darum geht es beim Freiertanz der Giganten um AOL.

Der weltgrößte Internetsuchmaschinen-Betreiber Google wolle gemeinsam mit dem amerikanischen Kabelfernseh-Branchenführer Comcast in einer Transaktion im Gesamtwert von fünf Mrd. Dollar (4,2 Mrd Euro) bei AOL mit einer Minderheitsbeteiligung einsteigen, berichtete das „Wall Street Journal“. Der Programm-Fundus der Time-Warner-Tochter AOL macht das Unternehmen für eine Kombination sowohl mit der Suchmaschine und dem E-Mail-Service von Google also auch mit dem Breitband-Internet- und Kabelgeschäft von Comcast interessant.

Microsoft hat sich bereits seit Monaten im Alleingang um AOL bemüht, und strebt angeblich ein Joint-Venture an. Dabei geht es Medienberichten zufolge vor allem um eine Kombination des Webinhalts von AOL mit der Technologie von Microsoft. Die Gespräche sind den Kreisen zufolge weiter fortgeschritten als die Verhandlungen zwischen Google, Comcast und AOL. „Microsoft hatte einen Vorsprung“, hieß es. Es seien bereits die Konditionen und ein Zeitplan diskutiert worden.

Der Medienriese News Corp. hatte ebenfalls Interesse an AOL gezeigt, wie die „New York Times“ berichtete. Firmenpatriarch Rupert Murdoch habe jedoch aufgegeben, nachdem klar wurde, dass Time Warner keine Kontrollbeteiligung an AOL verkaufen wollte. Die Firmen nahmen dazu keine Stellung. Die größte Internetfirma Yahoo! wäre ebenfalls tangiert, falls der expandierende und in Geld schwimmende Konkurrent Google bei AOL, dem Betreiber des zweitgrößten Internet-Portals, zum Zuge kommen sollte.

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