Google Earth 5.0
Google geht auf Tauchstation

Mit Google Earth den Meeresboden erkunden: Wichtigste Funktion der am Montag vorgestellten neuen Version des Programms ist eine Karte des Meeresbodens und viele Informationen zum Lebensraum Ozean. Darunter ist auch bisher unveröffentlichtes Filmmaterial des französischen Meeresforschers Jacques Cousteau. Wer sich nicht unter Wasser begeben möchte, kann mit Google Earth 5.0 auch den Mars besuchen.
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BERLIN. Wer Google Earth aufmacht, sieht sofort, weshalb die Erde auch der blaue Planet genannt wird: Gut drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Bislang bot Google Earth jedoch nur Karten vom Land. Das ändert sich jedoch mit der neuen Version 5.0 des Programms, das Google-Chef Eric Schmidt und der ehemalige US-Vizepräsident und Chefumweltschützer Al Gore am Montag in San Francisco vorgestellt haben.

Die Wasseroberfläche ist in der neuen Version transparent, so dass der Nutzer schon aus dem Weltall Strukturen auf dem Meeresgrund erkennen kann. Beim Anflug ist auch nicht mehr an der Oberfläche Schluss, sondern der Nutzer kann nun zum Grund des Atlantiks vordringen, unterseeische Berge erklimmen oder auf den Spuren von Jacques Piccard zur tiefsten Stelle der Erdoberfläche, dem Marianengraben hinabtauchen.

Neben den virtuellen Tauchfahrten können die Nutzer sich 20 Ebenen zu ozeanischen Themen anzeigen lassen, die teilweise Partner beigesteuert haben. So hat etwa die Cousteau Society rund 90 Videos aus dem Archiv des französischen Meeresforschers Jacques Cousteau beigesteuert. Die Videos, die aus den 60er und 70er Jahren stammen, sind zum Teil noch nie ausgestrahlt worden. Neben der Cousteau Society haben auch die BBC und das US-Magazin National Geographic Texte, Bilder und Videos über Meeresthemen zur Verfügung gestellt, einen Teil davon auch in deutscher Sprache.

Ziel von Google Ocean sei, so erläuterte Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, auf die Bedeutung des Lebensraumes Meer und dessen Zustand hinzuweisen. „In den Debatten über den Klimawandel werden die Weltmeere oft übergangen, obwohl sie in dieser Thematik eine entscheidende Rolle spielen. Etwa ein Drittel des von Menschen abgegebenen Kohlendioxids gelangt in die Meere“, erläuterte Google-Chef Schmidt. Das dadurch verursachte Artensterben in den kommenden Jahrzehnten „kommt in etwa dem Verlust des gesamten Amazonas gleich“. Eine Informationsebene zeigt etwa die Überfischung, eine andere hingegen dokumentiert den Versuch, wichtige Lebensräume wie das Great Barrier Reef von Australien durch die Einrichtung von Schutzgebieten zu erhalten.

Neben Bildungsinhalten kommt auch der Spaß nicht zu kurz: In mehreren Ebenen können sich Wassersportler wie Taucher, Surfer oder Segler die besten Reviere anzeigen lassen und natürlich auch selbst Informationen und Bilder hinzufügen. Für Taucher sind zudem auch die Orte von über 100 Wracks mit Bildern und Videos dokumentiert.

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