Google-Earth
Lokalzeitungen von Google angegriffen

Web-Riese Google verknüpft Google Earth mit Google News und liefert damit geo-kodierte Nachrichten. In den Web-Blogs von einigen Medien-Experten wird befürchtet, das neue Angebot könne für regionale Medienunternehmen schwere finanzielle Folgen haben. Allerdings sieht manch einer im Mediengeschäft die Entwicklung anders. Sie wird teilweise sogar begrüßt.
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Google ist längst nicht mehr eine reine Suchmaschine: Manch ein anderes Google-Angebot ist schon längst im Internet eingebürgert. Mit Google News etwa betreibt das Unternehmen eine Art globaler Mantelredaktion: Hier werden Geschichten von mehreren Quellen zusammengestellt und als Nachrichtenrundschau angeboten. Der Nutzer klickt dann auf die Geschichte, die ihn interessiert, und wird zu der entsprechenden Originalquelle weitergeleitet. Google News ist zur Zeit in mehr als 30 Sprachen verfügbar.

Google Earth - ein Programm, das eine Vogelperspektive des ganzen Planeten bis zum winzigsten Detail anbietet - soll nun mit Google News kombiniert werden. Falls der Nutzer die Google-News-Funktion aktiviert, hat er Zugriff auf ortsbezogene Nachrichten, wenn er einen Ort betrachtet. Unfall in der Kreuzstraße? Brand in der Scheune? Ein kleines klickbares Nachrichten-Icon wird über dem virtuellen Ort des Geschehens angezeigt. Schaltet er die News-Funktion aus, so benutzt der User das Programm wie gewohnt.

Google Earth bietet schon viele derartige "Layers" an, wie etwa Restaurant-Kritiken, Sightseeing-Tipps, und Photos. Durch eine Kooperation mit Wikipedia werden zudem Auszüge aus der Online-Enzyklopädie ortsbezogen angeboten. Allerdings begrenzt sich das neue Nachrichtenangebot zunächst auf den US-Markt.

Binnen Kürze sollen aber Versionen in anderen Sprachen folgen, heißt es aus Google-Kreisen. » Turi2, ein deutsches "Blog für Medien-Macher", befürchtet, so könnte manch ein regionales Verlegerportal ins Hintertreffen geraten. "Verleger aufgepasst!" heißt es dort. Google würde mit dieser Verknüpfung "Medienunternehmen, die von Lokalwerbung abhängig sind, bedrohen". Anzeigeabteilungen für Print würden weniger Einnahmen verbuchen, wenn lokale Werber auf Google umsteigen würden.

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