Google+
Google trickst im sozialen Netz

Google+ glänzt mit immer neuen Rekord-Anmeldezahlen - doch die kommen offenbar nur mit Kosmetik zustande. Einem US-Blog ist aufgefallen, dass Google bei den Anmeldezahlen heftig trickst.
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DüsseldorfGoogles Facebook-Konkurrenz Google+ kann mit den Nutzerzahlen glänzen. Schon fast 90 Millionen Nutzer haben sich bei dem sozialen Netzwerk angemeldet, verkündete Google zuletzt. Noch immer ist Google+ das am schnellsten wachsende Netzwerk – auch wenn es noch Welten von den rund 800 Millionen Facebook-Nutzern entfernt ist.

Hinter den Kulissen hat Google jedoch unbemerkt den Wachstums-Turbo bei Google+ eingeschaltet: Durch die Zusammenlegung mehrerer Dienste gibt es nun nur noch einen Google-Account. Wer sich bei einem Google-Service anmeldet – sei es die Videoplattform Youtube, Google Mail oder Google Text & Tabellen – wird mit den anderen Google-Services ebenfalls zwangsbeglückt. „Ihr Google-Konto umfasst mehr als nur Google Mail“, heißt es beispielsweise bei der Anmeldung zu dem Google-Dienst. Derselbe Text wird auch bei Youtube und anderen Google-Diensten angezeigt.

Im Klartext bedeutet das: Jeder neue Nutzer von Youtube oder Google Mail, der sich einen Account erstellt, ist seit einigen Monaten damit auch automatisch ein Nutzer von Google+, berichtet Ars Technica.

Das Blog zieht die glänzenden Zahlen von Google daher in Zweifel. Wie viele der anmeldeten Nutzer sind auch aktiv, wie viele bloße Karteileichen? Auch Facebook veröffentlicht darüber keine Zahlen, bei Google gibt es immerhin vage Andeutungen: Etwa 60 Prozent der Nutzer von Google+ würden sich täglich einloggen, sagte Google-Chef Larry Page.

Das allerdings sagt noch nicht viel über die Nutzung von Google+ aus. Wer E-Mails bei Google Mail lesen, ein Video hochladen oder auf seine Dokumente bei Google Text & Tabellen zugreifen möchte, muss sich ebenfalls mit seinem Google-Account anmelden.

Auf Anfrage von Ars Technica gab Google zu, die Aktivität in Googles sozialem Netzwerk würde nicht gesondert erfasst. Die neue Anmeldemethode sei seit November in Kraft, berichtet das Blog - die aktuellen Rekordzahlen bei den Anmeldungen seien also mit Vorsicht zu genießen.

Das Vorgehen erinnert an Googles komplett gescheiterten Ausflug in Social Web, den Dienst Google Buzz. Mitglieder hatte auch Buzz auf einen Schlag sehr viele – denn jeder Google-Mail-Nutzer war gleichzeitig auch bei Buzz angemeldet. Das brachte Google viel Kritik ein, faktisch genutzt wurde Google Buzz kaum. Am 17. Oktober 2011 wurde das Buzz-Experiment beendet.

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