Google zieht Video-Portal an Land
„Nächster Schritt der Internet-Entwicklung“

Durch die milliardenschwere Übernahme des rasant wachsenden Video-Portals YouTube setzt sich der Online-Gigant Google mit einem Schlag an die Spitze des neuen Markts für Videoclips im Internet.

HB SAN FRANCISCO. Mit der Übernahme bündeln zwei der meistgenutzten Internetangebote ihre Kräfte. Mit der rasant gewachsenen Start-up-Firma YouTube wird zudem erstmals eine der neuen Websites, die auf der Beteiligung der Nutzer basieren, mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Spekulationen über das unmittelbar bevorstehende Geschäft hatten den Preis für Google-Aktien an der Nasdaq mehr als zwei Prozent auf 429 Dollar in die Höhe getrieben.

„Das ist der nächste Schritt in der Internet-Entwicklung“, sagte Google-Vorstandschef Eric Schmidt am Montag während einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Zu dem relativ hohen Preis haben vermutlich die Begehrlichkeiten der Konkurrenz geführt, schätzen Branchenbeobachter. An YouTube sollen auch Microsoft, Yahoo und News Corp. interessiert gewesen sein. Die Übernahme für 1,65 Mrd. Dollar ist der bislang größte Deal in der achtjährigen Geschichte von Google. Im vergangenen Jahr gab Google 130,5 Mill. Dollar aus, um insgesamt 15 kleinere Firmen zu übernehmen und seine Geschäfte rund um die von Werbeeinnahmen getriebene Internet-Suche auszuweiten.

Vertriebsverträge mit Musikindustrie

Google und YouTube hatten kurz vor der Übernahme noch mitgeteilt, Vertriebsverträge mit der Musikindustrie geschlossen zu haben. Diese könnten juristische Hindernisse einer Übernahme beseitigt haben. YouTube war in die Kritik der Medienindustrie geraten, weil auf dem Portal auch von Nutzern eingestellte Video-Raubkopien abgerufen werden können. Am Montag erklärte nun die Universal Music Group, über die Verbreitung von Musikvideos auf der YouTube-Internetseite sei eine Verständigung erzielt worden. Einen ähnlichen Vertrag hatte das Internet-Unternehmen bereits mit Warner Music unterzeichnet.

Weniger als eine halbe Stunde nach der Ankündigung von Universal Music teilte Google mit, seinerseits Verträge mit der Warner Music Group und Sony BMG zum Vertrieb von Musikvideos geschlossen haben. Auch YouTube kündigte einen Vertrag mit Sony BMG an, das der deutschen Bertelsmann AG und der japanischen Sony gehört.

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