Googles Alpha-Go: Software schlägt den Go-Champion

Googles Alpha-Go
Software schlägt den Go-Champion

Im Kräftevergleich zwischen Mensch und Computer hat eine Google-Software überraschend den Spitzenspieler Lee Sedol im asiatischen Brettspiel Go besiegt. Das Spiel ist für Computer wesentlich komplexer als Schach.

Seoul1:0 für die Künstliche Intelligenz: Ein Computerprogramm von Google hat am Mittwoch überraschend die erste von fünf Partien des chinesischen Brettspiels Go gegen den südkoreanischen Champion Lee Sedol gewonnen. Die übrigen vier Spiele sollen bis Dienstag ausgetragen werden.

Die Software AlphaGo gewann am Mittwoch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul das erste von fünf geplanten Spielen. Der 33-jährige Koreaner Lee Sedol gab nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit auf. Er machte sich vorher Hoffnungen auf einen Gesamtsieg, räumte aber ein, dass Menschen eher Fehler machten als Maschinen.

Experten für Künstliche Intelligenz hatten bis vor kurzem noch prognostiziert, es würde ein weiteres Jahrzehnt dauern, bis Computer professionelle Go-Spieler schlagen könnten. Allerdings hatte Googles Alpha-Go-Programm dann im vergangenen Jahr bereits einen europäischen Spitzenspieler besiegt.

Im Schach hatte sich der damalige Weltmeister Garri Kasparow 1996 und 1997 in zwei Wettkämpfen mit dem IBM-Computer Deep Blue gemessen. Während er das erste Match noch 4:2 für sich entscheiden konnte, musste sich Kasparow im zweiten Wettkampf mit 2,5:3,5 geschlagen geben. Seither haben weitere Wettkämpfe das Ergebnis untermauert, selbst stärkste Schachspieler haben heute gegen leistungsstarke Computerprogramme kaum eine Chance mehr.

Go hat auf den ersten Blick einfachere Regeln als Schach. Gleichwohl gilt das chinesische Brettspiel als größere Herausforderung für Computer, weil es deutlich mehr Zugmöglichkeiten gibt: Müssen beim Schach die Figuren über 64 Felder bewegt werden, so stehen dem Go-Spieler 361 Felder zur Verfügung, um seine Spielsteine zu platzieren.

Durch geschicktes Setzen der weißen und schwarzen Steine versuchen die Gegner, möglichst viel Raum auf dem Spielbrett zu gewinnen. Die dabei auftretenden Probleme sind so komplex, dass die beim Schach erfolgreiche „Brute Force“-Methode, bei der der Computer alle möglichen Zugfolgen mit schierer Rechenpower durchgeht, keinen Erfolg verspricht.

Die von Google entwickelte Software Alpha-Go löst das Problem dadurch, dass sie wahrscheinliche Züge des menschlichen Gegenspielers vorhersagt und sich darauf einstellt. Möglich wird das durch zwei künstliche neuronale Netzwerke mit Millionen Verbindungen, die dem menschlichen Nervensystem ähneln.

Beide Netzwerke wurden von den Entwicklern auf unterschiedliche Art für ihre Aufgabe optimiert: Während das eine rund 30 Millionen Züge aus Begegnungen menschlicher Go-Spieler auswertet, spielt das andere Tausende Partien gegen sich selbst.

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