Googles Suchmaschinen- und Werbevertrag
Zweifel am My-Space-Deal wachsen

Den weltweit größten Werbeauftrag im Internet hat die News Corporation an Google vergeben. Doch inzwischen kommen Zweifel auf am kurzfristigen Erfolg für den Suchmaschinenbetreiter. Statt im Internet zu suchen, chatten oder flirten die My-Space-Nutzer lieber miteinander und für Werbung sind sie kaum zu begeistern. Das schnelle Geld kann Google also nicht erwarten.

HB NEW YORK/SAN FRANCISCO. Google hat mit Rupert Murdochs News Corporation (News Corps.) vereinbart, künftig die Werbe- und Suchfunktionen für die populäre Kontaktbörse My Space zu liefern. Gut 100 Millionen Benutzer haben bei ihr perönliche Profile gespeichert, 90 Prozent davon kommen aus den USA. Der Vertrag garantiert News Corps. in den kommenden drei Jahren Einnahmen in Höhe von 900 Mill. Dollar.

Doch große Marktanteile im Markt für Suchmaschinen wird Google seinen Konkurrenten Yahoo und Microsoft derzeit nicht abknöpfen können. Nach Angaben von ComScore, einer US-Gesellschaft zur Ermittlung der Reichweite von Internetseiten, werden die My-Space-Seiten gerade mal für ein Prozent aller Suchanfragen in den USA genutzt.

Bisher hatte My Space die Funktionen von Yahoo eingebaut, um von einzelnen Seiten aus eine Websuche zu starten. Yahoo ging jetzt leer aus, genau wie Microsoft, das sich Hoffnungen gemacht hatte, mit einem Vertrag bei der Onlinekontaktbörse langfristig im Suchmaschinenmarkt einen Schritt voranzukommen. Analysten wie Nate Elliott von Jupiter Research gehen davon aus, dass Google mit dem Deal vor allem Mircosoft dazu keine Chance geben will.

My-Space-Nutzer halten wenig von Werbung

Neben Googles Suchfunktionen kommt den Werbeformaten, auch als Ad Sense bekannt, eine wichtigere Rolle zu. Ad Sense ist eine Schlagwort-basierte Werbeform, bei der zu bestimmten Schlüsselworten auf einer Webseite automatisch Anzeigen geschaltet werden. Für jeden Klick auf die Werbung zahlt Google einen bestimmten Betrag an My Space. Da die Einnahmen aber sehr schwankungsanfällig sind, garantiert der Suchmaschinenbetreiber die Mindesteinnahmen von insgesamt 900 Millionen Dollar.

„Die Geschichte zeigt, dass die My-Space-Nutzer nicht sehr anfällig für Onlinewerbung sind“, sagte Nate Elliott der Online-Ausgabe der britischen „Times“. Deswegen seien die Werberaten auch so gering bei My Space. Laut Analysten würden Tausende Klicks auf einen Werbebanner gerade mal 10 US-Cent bringen, das sei die geringste Rate in der ganzen Branche.

„Ich denke nicht, dass Google es schafft, die My-Space-Nutzer so zu verändern, dass sie plötzlich auf Onlinewerbung reagieren“, sagte Elliott. Der Deal sei eher ein Vorteil für My Space als für Google. Sollte der Erfolge für Google ausbleiben, hat der Suchmaschinenbetreiber zumindestens einen weiteren Fuß im aufkommenden Markt für Social Networking-Seiten im Web.

Bereits mit dem Weblogdienst Blogger.com war das Unternehmen ein Schritt in diese Richtung gegangen. Vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda gilt My Space derzeit als die am schnellsten wachsende Internetseite in den USA. Bei My Space können Nutzer ebenfalls Blogs, wie die Online-Tagebücher auch heißen, schreiben. Doch der Service geht darüber weit hinaus.

Benutzer können sich persönliche Profile anlegen und Internet-Bekanntschaften schließen. Jeder kann Fotos, Videos und seine Lieblingslieder in seine persönlichen Seiten einbinden. Andere Benutzer, die auf der Seite vorbeikommen, sehen sofort welche Vorlieben der andere hat. Über Chats und Foren oder private Mails halten die Benutzer miteinander Kontakt.

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