Graphische Datenverarbeitung
Digitales Backup von Denkmälern

Der Zahn der Zeit nagt an vielen monumentalen Zeugen der Vergangenheit. Die Dokumentation des aktuellen Zustandes und der Schäden ist jedoch aufwendig. Dies kann nun aber mittels einer neuen Software vereinfacht werden.

hiz DÜSSELDORF. Vor zwei Jahren wurde die Münchner Bavaria-Statue mittels Laser und Streifenlichtscanner vermessen. Den Auftrag dazu erteilte die Bayerische Schlösserverwaltung an das Potsdamer Ingenieurbüro Ralf König und die Arctron GmbH. Als Resultat erhielt das mit der Auswertung beauftragte Darmstädter Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD einen Datenwust, der die 18 Meter hohe Statue bis ins Detail beschreibt. Für die noch laufende Auswertung setzten die Forscher die selbst entwickelte Software QTSculptor ein. Sie führte die einzelnen Scans in einem gemeinsamen Koordinatensystem zusammen. So lassen sich selbst große Objekte wie die Bavaria Stück für Stück detailgetreu vermessen.

Solch aufwendige Dokumentationen sind gerade für den Erhalt von bedeutenden Kulturgütern nützlich. Denn Berühmtheiten, deren Abbilder in Stein gemeißelt oder in Bronze gegossen wurden, ständigen Verfallsprozess unterworfen. Schutzlos sind sie der Witterung ausgesetzt und dienen Tauben als Toilette. Um auftretende Schäden restaurieren zu können, ist ein detailgenaues Abbild notwendig. Allerdings würde eine manuelle Dokumentation schnell unzählige Aktenordner füllen. Dreidimensionale Scans der Denkmäler lassen sich viel eleganter handhaben.

"Im Vergleich zur Konkurrenz kann unsere Software sehr viele Einzelaufnahmen problemlos zusammenfügen", verspricht Konrad Klein vom IGD. Überlappende Flächen nutzt die Software, um das 3-D-Modell an diesen Stellen noch genauer zu berechnen. Im nächsten Arbeitsschritt verbindet sie den gesamten Datensatz aus Bildpunkten zu einem feinen Netz aus Dreiecken, das die Form der Oberfläche widerspiegelt. Den Eindruck des Materials reproduziert sie als Textur, die wie eine Haut über die virtuelle Statue gezogen wird. "Fotos der Textur können auch unabhängig vom Scanvorgang gewonnen werden", erklärt Dr. Peter Neugebauer vom IGD-Spin-Off Polygon Technology GmbH, das die Software vertreibt und weiterentwickelt. Als weitere Anwendungsfelder der Software sehen die Forscher die Digitalisierung von Designerobjekten im Formenbau und das Rapid Prototyping.

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