Grid-Computing
Wie die Bilder laufen lernen

Immer aufwändigere Computerspiele, Animationen und Filme erfordern eine hohe Rechenleistung und immensen Speicherplatz, die von den Firmen kaum vorgehalten werden können. Computer-Grids machen die Produktion von animierten Filmen und Spielen bezahlbar.

BERLIN. Wenn im Herbst die ersten Messergebnisse aus dem neuen Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) beim Forschungszentrum Cern in Genf vorliegen, werden diese von tausenden Rechnern weltweit ausgewertet. Ein sogenanntes Rechner-Grid ermöglicht es, riesige Datenmengen in kurzer Zeit zu bewältigen ohne, dass dafür eine neue teure IT-Infrastruktur geschaffen werden muss.

Der Name „Gridcomputing“ leitet sich von „Power Grid“ ab, wie in den USA das Stromnetz genannt wird. Durch Computer-Grids, so die Analogie, werden Rechnerleistung, Speicherplatz, Programme und Daten wie Strom auf der Steckdose bezogen.

Verteiltes Rechnen auf einer Vielzahl von Computern weltweit ist aber nicht nur eine Option für die Wissenschaft – die Technik setzt sich zunehmend auch in Unternehmen durch und wird auch in der Entertainment-Branche genutzt. Immer aufwändigere Computerspiele, Animationen und Filme erfordern eine hohe Rechenleistung und immensen Speicherplatz, die von den Firmen kaum vorgehalten werden können.

Auf diese Weise ist beispielsweise der launige 3D-Animationsfilm „Big Buck Bunny“ entstanden, der seit Ende Mai frei im Internet angeschaut und weitergegeben werden kann. Die Entwickler des Blender Institute in Amsterdam haben die Animation produziert, ohne selbst über die dafür nötigen Computer zu verfügen. Sie haben die On-Demand-Grid-Infrastruktur von Sun Microsystems genutzt.

„Die Filmindustrie nutzt sehr häufig Grids, um animierte Filme wirtschaftlich zu produzieren. Ein Paradebeispiel dafür ist das Studio Pixar“, sagt Ingo Frobenius, Grid-Experte bei Sun. Jedes einzelne Bild der komplett computeranimierten Kinofilme von Pixar wie Findet Nemo, Toy Story oder Monster AG wurde durch Grids erst möglich.

Mit dem ungleich weniger komplexen Werk „Big Buck Bunny“ wurde der Netzwerkgedanke noch ein wenig weitergedreht: Der 3D-Comic ist das zweite größere Open-Movie-Projekt. Die fünf Künstler und zwei Entwickler haben den Film mit der Open-Source-Software „Bender“ erstellt, die von Programmierern im Internet speziell für das Rendern von Filmen erstellt wurde.

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