Großauftrag aus China
Die virtuelle Kundenberaterin hilft weiter

Tausende chinesischer Bankkunden werden künftig von einer Mitarbeiterin aus Köln beraten: Die China Construction Bank (CCB), zweitgrößtes Finanzinstitut des Landes, hat das deutsche Unternehmen Charamel damit beauftragt, die virtuelle Ansprechpartnerin Lisa in ihre 20 000 Filialen zu bringen. Der computeranimierte Kollegin soll in den CCB-Niederlassungen Finanzprodukte erklären und dabei auf die Wünsche der Kunden eingehen.

KÖLN. „Der Bankkunde kann die Präsentation hinsichtlich seiner Interessen lenken“, sagt Norbert Helff, Managing Director von Charamel. „Je nach Alter oder Einkommen und Hobbys bietet Lisa automatisch die passenden Produkte an.“ Die Nachfrage nach Informationen über neue Finanzierungs- und Anlageformen sei in China besonders groß, da in dem riesigen Land lange kein privater Besitz möglich war.

Mit dem Großauftrag aus Asien könnte das Thema „Avatare“ – wie die künstlichen Wesen auch genannt werden – erneut Auftrieb erhalten. Nach dem Platzen der Technologie-Blase vor wenigen Jahren war es auch um die Computer-Figuren ruhig geworden. „In der Boomzeit wurden unausgereifte Avatare etwa auf Homepages inflationär eingesetzt“, so Norbert Helff. Über Sinn und Nutzen der einzelnen Anwendungen habe man sich in vielen Fällen zu wenig Gedanken gemacht, was sich negativ auf die Akzeptanz der Figuren ausgewirkt hat. Viele potentielle Anwenderunternehmen hätten ihre Avatar-Pläne daraufhin in der Schublade verschwinden lassen. „Die Avatare der neuen Generation werden nicht mehr zur einfachen Begrüßung von Homepage-Besuchern genutzt, sondern ganz gezielt zur Vermittlung von komplexen Inhalten“, sagt Helff.

Die Figur Lisa ist zentraler Bestandteil des Charamel-Produktes Living Kiosk. Das Avatar-System ist mit Warenwirtschaftsprogrammen und anderer Unternehmenssoftware gekoppelt, um über die Produkte der jeweiligen Anwenderunternehmen Auskunft geben zu können. Die Kommunikation zwischen der Computerfigur und den Kunden funktioniert über eine transparente Folie, die aus herkömmlichen Schaufensterscheiben der Bankfilialen Touchscreens macht.

„Die Folie wird von innen am Fenster angebracht und von außen durch den Kunden bedient“, erläutert Norbert Helff das System, das so rund um die Uhr einsetzbar und gegen Vandalismus geschützt ist. Ein LCD-Bildschirm oder ein Beamer erzeugt das Bild der virtuellen Beraterin. Die Dialoge und Bewegungen des Avatars berechnen Computer in den Niederlassungen in Echtzeit, sie sind also nicht – wie bei einer Videoproduktion - vorgefertigt.

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