Großereignisse fehlen
Unterhaltungselektronik tritt auf der Stelle

Die Hersteller von Unterhaltungselektronik müssen auf ein starkes zweites Halbjahr hoffen, denn in den ersten sechs Monaten sind die Umsätze in Deutschland leicht zurück gegangen. Im vergangenen Jahr hat die Fußball-WM das Geschäft angekurbelt. So ein Großereignis fehlt in diesem Jahr.

MÜNCHEN. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender des Branchenverbands Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (GfU) geht aber davon aus, dass der Umsatz im Herbst anziehen wird, und sich damit übers Gesamtjahr ein Wachstum von ein bis zwei Prozent ergibt. Etwas besser sieht es im Rest Europas aus. Hier kletterten die Umsätze nach Berechnungen der GfU im ersten Halbjahr um vier Prozent. Für das gesamte Jahr rechnet der Verband europaweit mit einem Plus von fünf Prozent. Detaillierte Marktzahlen will die GfU Ende August vorlegen.

In Jahren ohne Olympische Sommerspiele oder internationale Fußballturniere verkauft die Branche ihre Fernseher, Stereoanlagen und Videorekorder vor allem im Herbst und vor Weihnachten. Vergangenes Jahr war das anders. Wegen der WM im eigenen Land zogen viele Deutsche die Käufe aufs Frühjahr vor. Angesichts des hohen Niveaus im Vorjahr könne die Branche mit dem ersten Halbjahr 2007 deshalb durchaus zufrieden sein, sagte Hecker. Der Aufsichtsratsvorsitzende der GfU führt gleichzeitig den fränkischen Fernsehgeräteproduzenten Loewe.

Dass die Branche positiv gestimmt ist, zeigt auch die Beteiligung an der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Zur größten Messe der Branche in Europa werden dieses Jahr deutlich mehr Aussteller kommen als 2006. „Alle großen Marken sind vertreten“, sagte Hecker. Die GfU ist Ausrichter der Veranstaltung, die es seit über 80 Jahren gibt. Vergangenes Jahr zeigten 1 049 Firmen ihre Produkte, 212 000 Besucher kamen in die Hallen unter dem Berliner Funkturm.

Für Hecker ist die große Resonanz unter den Ausstellern der Beweis, dass sich das neue Konzept bewährt hat. Früher gab es die IFA nur alle zwei Jahre. Seit 2006 findet sie nun jährlich statt. Längst sind es nicht nur die Hersteller von klassischer Unterhaltungselektronik, die nach Berlin kommen. Auch Computerbauer wie Fujitsu Siemens oder Telefonkonzerne wie die Telekom sind vertreten. Für die Aussteller kommt die Messe Ende August genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie können ihren Kunden die neuesten Produkte für das wichtige Weihnachtsgeschäft vorstellen.

Im kommenden Jahr wird es der Branche wieder leichter fallen, bereits im Frühjahr gute Geschäfte zu machen. Vor allem die TV-Geräteproduzenten dürfen sich freuen: Mit der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sowie Olympia in China stehen zwei attraktive Großereignisse an. „Wir erwarten 2008 auf jeden Fall ein Plus“, sagte Hecker.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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