IT + Internet
Gutachter stellt Betrugsvorwurf gegen Falk in Frage

Im Prozess gegen den Internet-Unternehmer Alexander Falk hat ein von der Verteidigung beauftragter Gutachter die Betrugsvorwürfe gegen den Angeklagten in Frage gestellt.

dpa HAMBURG. Im Prozess gegen den Internet-Unternehmer Alexander Falk hat ein von der Verteidigung beauftragter Gutachter die Betrugsvorwürfe gegen den Angeklagten in Frage gestellt. Die von der Staatsanwaltschaft ermittelten Scheinumsätze aus dem Jahr 2000 hätten den Kaufpreis für Falks frühere Firma Ision nicht beeinflusst.

Das sagte der Regensburger Wirtschaftsprofessor Jochen Drukarczyk am Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht. Damit sei dem Käufer Energis kein Schaden entstanden. Falk fordert unter Berufung auf das Gutachten erneut seine Haftentlassung.

Die Verteidigung bewertete die Aussage ihres Gutachters als „Durchbruch“. Hingegen hatte die Staatsanwaltschaft Zweifel an der Neutralität des Wissenschaftlers geäußert.

Der 35-jährige Falk steht wegen schweren Betrugs, Steuerhinterziehung und Kursmanipulation vor Gericht. Er soll durch Scheinumsätze den Börsenkurs der Internet-Firma Ision in die Höhe getrieben und von der britischen Energis im Dezember 2000 einen weit überhöhten Kaufpreis kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf mindestens 47 Mill. Euro.

Hingegen sagte Drukarczyk: „Die durch Energis berechneten Unternehmenswerte sind nicht beeinflusst von kontaminierten Umsätzen des Jahres 2000.“ Zuvor hatte Falk erneut den gegen ihn erhobenen Betrugsvorwurf zurückgewiesen und dem Hamburger Landgericht Rechenfehler vorgeworfen. „Die Betrugstheorie der Kammer beruht auf widerlegten Missverständnissen und Rechenfehlern und ist unhaltbar“, sagte er und forderte seine Entlassung aus der inzwischen rund 18 Monate währenden Untersuchungshaft.

Der Vorsitzende Nikolaus Berger sagte, die Kammer werde das Gutachten ausführlich prüfen. „Die Schlussfolgerungen werden wir noch zu erörtern haben.“ Einen erneuten Befangenheitsantrag Falks gegen die Richter hatte das Landgericht zuvor abgelehnt.

Dem einstigen New-Economy-Star Falk, der den Stadtplanverlag seines Vaters 1995 verkauft hatte, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Mit Falk müssen sich fünf weitere Manager vor Gericht verantworten. Der Prozess wird am 6. Januar fortgesetzt. Dann soll Drukarczyk noch einmal gehört werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%