Hacker-Foren
Im Untergrund-Netz der Cyber-Kriminellen

Das FBI meldet jetzt den bisher größten Schlag gegen Kreditkartenbetrüger. Ein Insiderbericht aus den Foren der Cyber-Kriminellen zeigt die immer professionelleren Methoden der illegalen Schattenwirtschaft.
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DüsseldorfEs war der bisher größte Schlag gegen illegale Datenhändler in der Kriminalgeschichte: Zwei Jahre lang hatte das FBI die verdeckte Aktion vorbereitet, dann schlugen die Fahnder gestern in 13 Ländern gleichzeitig zu. Die 24 festgenommenen Verdächtigen hatten es den Angaben zufolge auf Daten von 411.000 Kreditkarten abgesehen. Dank des Einsatzes habe ein Schaden von maximal 205 Millionen Dollar (164 Millionen Euro) verhindert werden können.

Die Festgenommenen hatten untereinander gestohlene Daten von Konten und Kreditkarten regelrecht gehandelt. Weil sie sich in Internetforen austauschten, bediente sich das FBI einer List: Es eröffnete selbst solch ein Forum, auf dem die „Carder“, die Kreditkartenbetrüger, mit gestohlenen Daten handeln wollten. Im Mai wurde die Website geschlossen, jetzt erfolgte der Zugriff.

Die Festnahme wirft ein Schlaglicht auf eine florierende Schattenwirtschaft, die von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt wächst und gedeiht. Das Wort Hacker verbindet sich in der Vorstellung vieler Menschen mit einer zwar zwielichtigen aber ebenso faszinierenden und hochintelligenten Avantgarde. Für manche sind Menschen, die in Systeme eindringen, um oft hehre politische Ziele durchzusetzen, gar Helden. Doch sogenannte Hacktivisten und Technik-Experten, die ihr Wissen in den Dienst einer höheren Sache stellen, sind nur die eine Seite der Medaille der Hacker-Kultur.

Die andere Seite, meilenweit entfernt von allen Idealen, offenbart die Welt der Cyberkriminellen, die sich in Online-Foren austauschen. In Untergrund-Foren geht es nur um eines: persönliche Bereicherung. Die Nutzer sind auch keine hochbegabten Technik-Freaks, sondern in erster Linie pubertierende männliche Jugendliche mit viel krimineller Energie. Auch die jetzt vom FBI festgenommenen Hacker waren um die 20 Jahre alt, zwei sogar minderjährig. Dass es sich bei den Nutzern dieser Forum nicht um eine Bildungs-Elite handelt, wird alleine schon durch Ausdrucksweise und Rechtschreibfehlern deutlich. Darunter mischen sich professionelle Kriminelle und Foren-Betreiber, die mit dem kriminellen Treiben anderer Geld verdienen.

Die Hürde, um in die Welt der Cyber-Kriminellen abzutauchen, ist niedrig. Die Eintrittskarte für die Welt der Untergrund-Hacker ist der anonyme Zugang zum Netz. Die wenigsten Kriminellen suchen sich dafür ein offenes WLAN. Einfacher und bequemer ist der Zugang via SIM-Karte, die auf einen fremden Namen vorregistriert ist. Mit den richtigen Suchworten lassen sich derartige Angebote im Internet schnell ausfindig machen. Auch in einschlägigen Telefon-Shops gibt es solche Karten zu kaufen.

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