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Hacker knackt Mailsystem der Ruhr-Universität

Ein Hacker hat das Mailsystem der Ruhr- Universität Bochum vorübergehend lahm gelegt.

dpa BOCHUM. Ein Hacker hat das Mailsystem der Ruhr- Universität Bochum vorübergehend lahm gelegt.

Der Unbekannte hatte am Sonntag eine Sicherheitslücke genutzt, um an Mailboxen und Passworte der 40 000 Studenten und Beschäftigten zu gelangen, teilte die Universität am Dienstag mit. Die Lücke sei inzwischen geschlossen worden. Am Dienstag begann das Rechenzentrum mit einer Überarbeitung des Systems. Studenten forderten nach dem Angriff, aus Datenschutzgründen auf die Einrichtung des geplanten Systems zur elektronischen Verwaltung von Studien- und Prüfungsdaten zu verzichten.

„Der Unbekannte hat einen elektronische Drohbrief hinterlassen“, sagte Universitätssprecher Josef König. „Wenn die Studenten nicht umgehend aufgefordert würden, ihre Passworte zu ändern, wolle er die Öffentlichkeit informieren.“ Das Rechenzentrum veröffentlichte den Angriff darauf hin auf der Internetseite der Universität.

Bei der Überarbeitung des Systems entdeckten Spezialisten noch ein „Mauseloch“, das sich der Hacker eingerichtet hatte. Nach dem Neustart des Mailsystems hätte der Unbekannte erneut Zugriff gehabt. „Diese Mauseloch ist jetzt auch geschlossen“, sagte König.

Das Rechenzentrum geht davon aus, dass der Hacker Daten ausgespäht hat. Ob der Unbekannte aus Spaß gestöbert hat oder einen Nutzen aus der Aktion ziehen wollte, blieb zunächst offen. In den Mails können auch sensible Daten wie Forschungsergebnisse versendet sein.

Studenten verlangten, Pläne zur Einrichtung eines elektronischen Verwaltungssystems von Studien- und Prüfungsdaten aufzugeben. Mit dem System wolle die Universität vom kommenden Wintersemester an den Studienverlauf und die einzelnen Studienleistungen aller Studenten auf einem zentralen Server speichern. Zusätzlich sollen die Studierenden mit dem Programm die Möglichkeit erhalten, private Termine, Telefonnummern und E-Mail-Adressen auf dem Server verwalten zu lassen. „Der Angriff auf den Mailserver der Ruhr-Universität bestätigt unsere Bedenken bezüglich des Datenschutzes“, sagt Mona Beumers von der alternativen liste.

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